Bald Kino- und Grillabende im Herrenhaus Liebau

Im historischen Gemäuer sollen künftig Veranstaltungen stattfinden. Der neue Vorstand hat Pläne. Der Tag des offenen Denkmals macht Hoffnung.

Das Liebauer Herrenhaus wird seit Jahren in oft mühsamer Arbeit vom Verein Landvogtland erhalten.

Für Sie berichtet: Elsa Middeke

Weit über 600 Neugierige haben am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals das Herrenhaus Liebau besucht. "Es waren mehr als in den Vorjahren", freute sich Martin Karberg, der neue Vorstandsvorsitzende des Vereins Landvogtland. Der Verein stemmt seit 2006 den Erhalt und die Pflege des Hauses. Jetzt soll das Gebäude seine Türen nicht nur einmal im Jahr öffnen.

"Wir wollen das Herrenhaus einer Nutzung zuführen", erklärt der 42-Jährige. Konkrete Ideen hätten sie bereits, sie seien aber noch nicht ausgereift. Im neuen Vorstand ist auch Karbergs Stellvertreter Matthias Melitzky, ebenso wie der Enkel des letzten wirtschaftenden Hausherrn, Philipp Sieber. Bis Kriegsende hatte sein Vorfahre noch im Haus gelebt. Nun ist der Enkel Finanzvorstand des Vereins.

Catering und Kino hätten sie im Hinterkopf, verrät Karberg. Auch Clubabende sind geplant. Die Bezeichnung stamme daher, dass der Verein öfter mal scherzhaft Herrenclub genannt werde, so der Vorstandsvorsitzende. Clubabend bedeute zum Beispiel ein Grillabend, sagt er. "Oder ein altertümlicher Abend." Zurzeit haben er und seine Mitstreiter aber erst mal wieder mit "einer kleinen Bauphase" zu tun, so der Liebauer: "Ecken ausmauern und sichern, Schutt wegschaffen."

Querelen mit dem Heimatmusikverein De Gockeschen scheinen vorüber. "Wir streben an, mit dem Nachbarverein Hand in Hand zu arbeiten", betont Karberg. Der frühere Vorstand hatte im Vorjahr das Handtuch geworfen, da Pläne der Gockeschen, auf dem Festplatz an der Ruine neben dem Herrenhaus einen Kulturbahnhof zu errichten, auf Ablehnung stießen. Laut Vereinsgründer Ulrich Albert, früher Mitglied im Vorstand, seien Bestrebungen des Vereins Landvogtland übergangen worden. Die Gemeinde Pöhl befürwortet den Kulturbahnhof.

Albert bleibt im Verein. Er habe sich aber aus der aktiven Arbeit zurückgezogen, so Karberg. Auch er sieht den Umzug der Bahnhofshalle Rentzschmühle eher skeptisch. Sein Verein halte an historischer Genauigkeit fest, erklärt er. Früher habe es dort, wo die Halle nun hin soll, einen Garten und einen Springbrunnen gegeben. Doch er zeigt sich optimistisch, dass Kompromisse zwischen den Vereinen möglich sind und sich auch wieder eine Brücke zu den Gockeschen schlagen lässt.

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