"Banausen" sorgen in Treuen für Kultur

Die Treuener Kulturbanausen richten seit 14 Jahren Jugendweihefeiern aus. Aber das ist nicht das einzige Angebot, das die umtriebige Truppe den Menschen an der Treba macht.

Treuen.

Für Achtklässler in und um Treuen haben die Vorbereitungen auf einen großen Tag begonnen. Den Jugendweihe-Auftakt machte schon Anfang Februar ein Kennenlern-Grillabend. Den zweiten soll es Ende April geben, kündigt Denny Pieschel von den Treuener Kulturbanausen an, die seit Jahren die Jugendweihe an der Treba organisieren. Gefeiert wird am 23. Mai in der Mehrfeld-Sporthalle - und viel Platz benötigt. "Wir rechnen wieder mit fast 600 Leuten", sagt Pieschel. Nach aktuellem Stand werden 41 Mädchen und Jungen in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.

Normalerweise endete mit dem letzten Tag des Jahres die Anmeldefrist. Für Spätentschlossene ist der Zug trotzdem noch nicht abgefahren. "Wir würden niemanden wegschicken", versichert Denny Pieschel. "Oft ist es so, dass sich Jugendliche erst dagegen entscheiden. Wenn es dann aber bald soweit ist und die Mitschüler in der Klasse darüber sprechen, wollen sie doch noch dabei sein." Am bisherigen Teilnehmer-Rekord schlitterte der Verein mit der jüngsten vorläufigen Anmeldezahl aber knapp vorbei: 2018 nahmen 43 Mädchen und Jungen das Angebot an.

Zum 14. Mal richten die Kulturbanausen eine Jugendweihe aus. Los ging es mit 18 Interessenten. "Das waren ausschließlich Jugendliche von der Treuener Marienschule", schaut Denny Pieschel zurück. Mittlerweile steht auch der eine oder andere Gymnasiast aus Auerbach und sogar Lengenfeld auf der Teilnehmerliste. "Alle haben aber einen Bezug zu Treuen."

Vor der Jugendweihe treten die Kulturschaffenden wie üblich beim Treuener Hutzentag in Erscheinung. Beziehungsweise einige Stunden davor. Auf dem Marktplatz wird es am 15. Mai wieder ein sogenanntes Anhutzen geben. Das heißt, eine Filmnacht in Regie der Kulturbanausen. Ob das Stadtpicknick am gleichen Ort wieder stattfinden kann und wann, steht dagegen in den Sternen. Denn Anlass ist immer der Tag der Städtebauförderung. Dieses Jahr fällt er auf den 16. Mai und damit auf den Hutzentag. Seit 2016 veranstaltet die Kommune in Kooperation mit "Aktiv für Treuen" und den Kulturbanausen Stadtpicknicks.

Einen festen Platz im Terminkalender hat zudem die "Party zu zweit" Mitte November. Als gehobene Tanzveranstaltung aufbereitet, fanden sich 2019 nach siebenjähriger Pause über 100 Gäste zur 14. Ausgabe ein. Premiere feierte ein Kräuterlikör, den sich der Verein von einer Reichenbacher Likör- und Spirituosenfabrik maßschneidern ließ. 360 Fläschchen "Banausen-Sprit" waren damals geordert worden. "Wir haben schon wieder nachbestellt", sagt Denny Pieschel. Erhältlich ist der Klare bei Vereinsveranstaltungen. "Und wer Sehnsucht nach uns hat, kann ihn jetzt auch in der Treuener Drogerie Caro kaufen."

Seit 2004 gestalten sechs bis sieben Kulturbanausen aus Heimatliebe das öffentliche Leben in Treuen mit. "Es gibt viele, die uns dabei tatkräftig unterstützen", betont Denny Pieschel und zählt auf: "Die Stadt, das Juzet und auch Gewerbetreibende."


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