Bauverzug im Trebatal: Neustart im Freibad auf 2020 verschoben

Während sich der Sommer nochmals ins Zeug legt, stehen die Treuener schwitzend vorm Freibad: Die für August erhoffte Wiedereröffnung ist ab- gesagt. Die Hoffnung ganz aufgeben müssen "Wasserratten" aber noch nicht.

Treuen.

Vor zwei Monaten, Ende Juni, war Andrea Jedzig noch zuversichtlich: Bei einem Ortstermin auf der Freibad-Baustelle im Trebatal hatte Treuens Bürgermeisterin gehofft, noch im August könnte es eine Wiedereröffnung der Freizeitanlage geben. Vorausgesetzt, der Bauablauf klappt wie geplant und es kommt nicht erneut zu Komplikationen auf der Baustelle, schränkte sie ein. Doch genau das ist eingetreten, eine Wiedereröffnung noch diesen Monat ist illusorisch, bestätigt Andrea Jedzig jetzt.

Ganz aufgegeben habe sie die Hoffnung aber noch nicht, bekannte die Bürgermeisterin am Montag im Gespräch mit der "Freien Presse": "Wer weiß: Wenn die Hitzeperiode länger anhält oder sich der Sommer im September einfach nicht verabschieden will, kann man über einen Schnupper-Badetag nachdenken. Bei freiem Eintritt und als kleines Dankeschön an die Treuener für ihre Geduld. Aber natürlich nur, wenn es der Stand der Bauarbeiten hergibt", lässt die Bürgermeisterin an ihren Überlegungen teilhaben, die sie noch mit dem neuen Stadtrat erörtern will. Was definitiv feststehe, so Jedzig: "Die offizielle Wiedereröffnung gibt's erst im nächsten Jahr." Bis dahin sollen dann auch wirklich alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Ursache für den jüngsten Bauverzug macht Andrea Jedzig an der neuen Rutsche fest. Die war zwar schon im Frühjahr montiert worden, doch bei der baulichen Abnahme wurden Mängel festgestellt, die die Stadt nicht akzeptieren wollte. Und beim Beheben derselben sei die Firma nicht so vorgegangen, wie man es erwartet habe, berichtet Jedzig: "Da hatte plötzlich die Rinne der Rutsche wieder Rillen, sodass erneut ausgebessert werden musste." Und weil die Rutschenbauer das Baufeld blockierten, mussten die Pflasterer warten - so sei eins zum anderen gekommen, der Bauablaufplan immer wieder zur Makulatur geworden. Zuvor war bereits die Pumpe des bad-eigenen Brunnens im Quellgebiet Veitenhäuser ausgefallen, so dass das Füllen der Becken länger dauerte als geplant.

Der Stand auf Treuens Großbaustelle in der letzten Augustwoche: Beide Becken sind mit Wasser gefüllt. Diese Woche erfolgt die sogenannte Farbprobe, die zeigen soll, ob die Umwälzung des Wasserkreislaufes einwandfrei funktioniert. Dazu wird dem Wasser ein Farbstoff beigemischt. "Teile der Wasseraufbereitungsanlage und Filter waren zwei Jahre nicht in Betrieb. Da kann es durchaus noch Komplikationen geben", tritt Andrea Jedzig inzwischen auf die Bremse. Auch die Abnahme von Rutsche und Badanlage durch den Tüv sowie als Schlusspunkt die Kontrolle der Wasserqualität durch das Gesundheitsamt stehen noch aus. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, sei eine verbindliche Aussage zur Eröffnung möglich, so Jedzig. Parallel laufen Arbeiten im Bad weiter - etwa Pflasterarbeiten, Zaunbau und Anlegen einer neuen Zufahrt, für die die Baustraße genutzt wird.

Von "Pleiten, Pech und Pannen" mag Jedzig trotz immer neuen Bauverzugs, durch den die Treuener inzwischen den zweiten Sommer auf ihr Freibad verzichten müssen, nicht reden. Angesichts der rund 2,1 Millionen Euro, die die Stadt bislang in die Sanierung des Bades im Trebatal gesteckt hat, spricht die Bürgermeisterin lieber davon, "dass das Treuener Land praktisch ein neues Freibad bekommt". In Gesprächen sei ihr immer wieder signalisiert worden, dass es den Bürgern wichtiger sei, dass das Bad erhalten bleibt als der Zeitpunkt der Wiedereröffnung.

Auch Schwimmmeister Andreas Düring fiebert der Wiedereröffnung entgegen. Aber sein Team erwartet Besucher lieber in einem sanierten Bad als auf einer Baustelle.

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