Ben dankt allen Spendern

Damit hat Familie Heydenreich aus Limbach nicht gerechnet. Aber der Spendentopf für die Delphin-Therapie ist mit 15.000 Euro voll. Vom Kind, das seine Sparbüchse geleert hat, bis zu Philharmonic Rock - das Vogtland drückt dem wundervollen Gung die Daumen.

Limbach.

Die einzige Konstante des Dollarkurses ist die, dass es ihn gibt. Aber mit 15.000 Euro dürfte im Auf und Ab des Währungstauschs selbst im ungünstigsten Fall damit alles bezahlt sein. Mit anderen Worten: Der Spendentopf, in den ungezählte Vogtländer seit April für Bens Delfin-Therapie auf der Karibik-Insel Curaçao eingezahlt haben, ist voll. "Damit können wir alles bezahlen, und den Rest kriegen wir gebacken", sagt Bens Vater Barry Heydenreich. Der Rest, das sind die Kosten, die der mitreisenden Familie während der zweiwöchigen, in Doller zu bezahlenden Therapie entstehen. Neben Ben und seinen Eltern sind das die Schwestern Sarah und Nele. Im Oktober 2017 geht's los.

Doch schon jetzt steht der Limbacher Familie die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Und die Freude über die Geldspenden und die Spender, die seit einem "Freie Presse"-Artikel über Bens Lebensweg im April den Weg ins Limbacher Rittergut gefunden hatten. "Das ging gleich nach dem Artikel los. Denen, die wir gekannt haben, haben wir gleich Dankeskarten geschickt, denen, die wir nicht kennen, sagen wir auf diesem Weg ganz herzlich Danke", sagt Katja Heydenreich.

Gespendet worden war unter anderem über Philharmonic Rock. Bei dem Open-Air-Spektakel war für jedes der für 2017 gekauften Tickets ein Euro in den Spendentopf gewandert. Die Firma Kessel & Georgi, in der Barry Heydenreich einst Mitarbeiter war, hatte während einer Jubiläumsparty für Ben gesammelt. Kerstin Platzer aus Mylau hatte während der Stempeltour am Männertag in jedem der teilnehmenden Lokale Spendenbüchsen aufgestellt. Auch die Plauener CDU zeigte sich großzügig; weitere Aktionen wie die der Kirchgemeinde Limbach spielten ebenso Geld ein. Etwa die einer Frau, die zu ihrem Geburtstag nur Geld für Ben geschenkt haben wollte. Oder die eines Jungen, der für Ben seine Sparbüchse geleert hatte.

Die Heydenreichs haben über alles Buch geführt. Auch über die Spender, die an der Wohnungstür im Rittergut geklingelt und einen Umschlag übergeben hatten. "Dabei war ein älteres Ehepaar aus Limbach, das 300 Euro dabei hatte. Überhaupt kamen viele aus dem Dorf. Was uns noch mehr als das Geld gefreut hat, das war die Anteilnahme. Die Reaktionen waren beflügelnd. Man kann sagen, wir sind mit Ben mal positiv aus dem Rahmen gefallen", sagt Katja Heydenreich in Anspielung auf manch blöden Kommentar in der Vergangenheit.

Ben hatte mit der im Kleinkindalter gestellten Diagnose Globale Entwicklungsstörung mit unbekannter Ursache, Epilepsie und Albinismus nicht die besten Aussichten. Doch in das zunächst nur im Bett liegende Kind war nach drei Jahren ur- plötzlich Bewegung gekommen. Ben hatte Laufen und Lachen gelernt. Das Sprechen, das Sichverständlichmachenkönnen, dafür erhoffen sich die Heydenreichs auch via Delfin-Therapie einen weiteren Schub. Denn, da sind sich die Eltern sicher, "der wundervolle Gung" versteht eine ganze Menge. Und selbst wenn die Therapie nicht den großen Erfolg bringt - ein Riesenspaß wird es für die tierliebende Wasserratte allemal.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...