Bendelstein: Investor droht mit Schadenersatz-Forderung

Rainer Dorn aus Chemnitz will nach wie vor einen Supermarkt im Auerbacher Neubaugebiet errichten. Wenn die Stadt ihm dies weiter verwehrt, will er sie zur Kasse bitten.

Auerbach.

Projektentwickler Rainer Dorn gibt nicht auf. "Entweder bauen wir - oder wir fordern Schadenersatz von der Stadt Auerbach. Es gibt nur diese beiden Varianten", erklärt der Geschäftsführer der in Chemnitz ansässigen Immobilien-Agentur Dorn und Partner auf Anfrage der "Freien Presse". Dorn will einen neuen Supermarkt am Bendelstein errichten, als Ersatz für den Rewe-Markt, der zum Jahresende schließt. Er hat die Nachbarflächen erworben, auf denen unter anderem das traditionsreiche Feldschlösschen und eine Lagerhalle stehen. Eigentlich wollte er auch das Areal des Nahversorgungszentrums kaufen - doch es gab keine Einigung mit der Unternehmensgruppe FIM, die seit 1. Juli dort Eigentümer ist.

Laut Stadt gibt es jedoch einen gültigen Bauvorbescheid für einen Supermarkt, der ans Rewe-Areal gebunden ist. Deshalb hat die Stadtverwaltung Dorn den Bauvorbescheid verweigert: Man brauche schließlich keine zwei Supermärkte am Bendelstein. Aus Sicht der Kommune soll FIM den Markt bauen.


Allerdings hat das Rathaus Dorns Antrag auf Bauvorbescheid auch nicht abgelehnt, um sich alle Optionen offen zu halten. Der Investor hat deswegen Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht Chemnitz gegen die Stadt Auerbach eingereicht. "Die Rechtsauffassung der Kommune ist falsch", sagt Dorn. Der an Rewe erteilte Bauvorbescheid gelte nur bis zum Jahresende und ohnehin nur für einen Rewe-Markt - Rewe wolle aber nicht bauen. "Mein Markt wäre längst im Bau, ich habe einen Vollversorger an der Hand", versichert der Investor. Er ist nach eigenen Angaben seit 25 Jahren im Geschäft; im Internet finden sich etliche Fälle, in denen er Kommunen verklagte - gewonnen hat er zum Beispiel gegen Chemnitz und Solingen.

Die Stadtverwaltung weist Dorns Darstellung zur Gültigkeit des Bauvorbescheids zurück. Zu möglichen Schadenersatzforderungen wollte man sich unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Neues gibt es aus städtischer Sicht zum Thema Bendelstein nicht zu vermelden. Anfang Juli hatte das Rathaus über eine Einigung mit Rewe informiert, die allerdings geplatzt ist.

Die Gruppe FIM teilt mit, man sei am Bendelstein "auf einem guten Weg" und führe Gespräche mit mehreren interessierten Betreibern. Die Umsetzung der Pläne solle "so schnell wie möglich" erfolgen.

Gegen eine drohende Versorgungslücke im Neubaugebiet macht auch eine neue Bürgerinitiative mobil, Gründungsmitglieder sind Dorothea Wolff, Detlef Löscher, Ruth Teller, Sonja Klinder und Karin Münch. Sie erwarten mehr Engagement von der Stadtverwaltung, schließlich sei die Sicherung der Daseinsvorsorge auch Sache der Kommune. Man kämpfe vor allem für Senioren, Behinderte und Alleinstehende mit Kindern, die nicht einfach zum nächsten Supermarkt fahren könnten, so Dorothea Wolff. Eine Versorgungslücke würde zu Leerstand führen und hätte "verheerende Folgen" für die beiden Auerbacher Wohnungsbauunternehmen.

Kontakt zur Initiative per E-Mail an die Adresse: bi-versorgungsluecke@web.de, Telefon 0160 7721575 (Sonja Klinder) oder 0162 1866198 und 03744 80116 (Dorothea Wolff)

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