Bergen will an die Fördertöpfe

Kommunen 2019: Welche Projekte stehen an, wo wird investiert? Wo hakt es noch? Bürgermeister geben Auskunft. Heute: Bergen

Bergen.

Im Juni 2018 von den Bergenern zum Bürgermeister gewählt, seit August offiziell im Amt, brauchte Günter Ackermann keine Einarbeitungszeit. Schließlich hatte der 73-Jährige zuvor schon über Monate seinen erkrankten Amtsvorgänger vertreten.

Mit dem neuen Bürgermeister scheint ein frischer Wind im sanierten Rathaus zu wehen: Ackermann ist wie sein Vorgänger ein Mann klarer Worte, aber dabei weniger konfrontativ. Er will den Gemeinderat, dem er zuvor zwölf Jahre angehörte, und besonders die Bürger mitnehmen. "Von Verdrossenheit keine Spur. Die Gemeinde ist enger zusammengerückt, auch der Rat. Aus meiner Sicht ist das das Resultat von 2017, als bei der Organisation der 750-Jahr-Feier viele im Dorf an einem Strang gezogen haben", schätzt Günter Ackermann ein.


Nach dem Neubau der Brücke über die Trieb und dem Abschluss der rund 350.000 Euro teuren Rathaussanierung im Vorjahr hat die Gemeinde wieder etwas finanziellen Spielraum. "Natürlich ist bei uns das Geld knapp. Aber dicht dran an den Fördertöpfen und mit Konzepten und Plänen in der Schublade ist schon was möglich", macht Ackermann deutlich, dass das Jammern seine Sache nicht ist.

Drei Vorhaben zählt der Bürgermeister für 2019 auf: Flächennutzungsplan, neues Feuerwehrfahrzeug und Dorfplatzgestaltung. Auch beim "Sorgenkind" muss Günter Ackermann nicht lange nachdenken: "Die Schule und die Turnhalle. Beide ohne Heizung, praktisch Sanierungsfälle, die Turnhalle sogar gesperrt. Aber ohne Nutzungskonzept und ohne Fördermöglichkeit besteht derzeit keine Aussicht auf Änderung." Das verstehe nicht jeder im Dorf, aber man müsse solche unbequemen Wahrheiten eben auch aussprechen, dann wachse das Verständnis.

Stillstand werde es in Bergen auch 2019 nicht geben. Weshalb er den im Jägerswald -Verband gemeinsam zu erstellenden Flächennutzungsplan - mit einem Kostenanteil für Bergen von rund 40.000 Euro das kleinste Projekt - an erster Stelle nennt, erklärt der Bürgermeister so: "Wir wollen Bauland ausweisen. Wenn sich unser Ort verjüngen soll, ist das der einzige Weg. Die Nachfrage ist da und mit den Nahversorgern, zwei Arztpraxen, Sparkasse und der guten Erreichbarkeit über die B 169 sind wir als Wohnstandort attraktiv." Denn längst sind die letzten Grundstücke im Wohngebiet Am Roten Bühl weg.

Ein neues Löschfahrzeug wird die Feuerwehr zwar erst 2020 erhalten, aber in diesem Jahr geht es um die Weichenstellungen für die rund 275.000-Euro-Anschaffung. "Fördermittelbeantragung, Ausschreibung, Bestellung - das kostet Zeit, ist aber auf einem guten Weg", ist Ackermann zuversichtlich.

Vorhaben Nummer 3 ergibt sich aus der Rathaussanierung, die das Jahr 2018 bestimmte. Mit dem Ergebnis ist Günter Ackermann mehr als zufrieden. Und das nicht nur, weil das Projekt im Finanzrahmen geblieben ist und etliche einheimische Betriebe gute Arbeit leisteten. so der Bürgermeister. "Ich sag es mal so: Wir haben für 100 Prozent des Geldes 105 Prozent Leistung erhalten." Dass Sanierungen Günter Ackermann liegen, hätte man wissen können: Bis zum Ruhestand hat er verschiedene Sanierungsprojekte der Wismut in Thüringen geleitet; zuletzt am Standort Ronneburg zur Bundesgartenschau 2007 in Gera.

Um Landschaftsgestaltung geht es auch beim Rathaus-Folgeprojekt: "Mit Fördergeld aus dem Programm Vitale Dorfkerne wollen wir das Umfeld umgestalten." Als Mitglied der Leader-Region "Sagenhaftes Vogtland", die in der Region einen Geopark entwickelt, wird im kleinen Park beispielsweise Bergens Bergbaugeschichte eine Rolle spielen. Wie das genau aussehen wird, verrät der Bürgermeister noch nicht. Nur soviel: "Der Hunt, ein Förderwagen aus Bergens Wismutzeit, soll hier seinen Platz finden."

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