Berliner Trio kennt sich mit Äpfeln aus

Eine musikalisch-literarische Annäherung an die paradiesische Frucht war im Pfarramt Ellefeld zu erleben.

Ellefeld.

Der Apfel zieht sich vom Sündenfall im Paradies bis zu den heutigen Züchtungen und ihrer Verwendung durch die Kulturgeschichte der Menschheit. Mit ihrem literarisch-musikalischem Programm "Den allerschönsten Apfel brach ich..." widmeten sich am Samstagabend im Pfarramt Ellefeld Antje und Martin Schneider, von Angela Stoll am Klavier begleitet, der Vielseitigkeit dieser Frucht.

Seit Menschengedenken werden dem Apfel magische Kräfte, Unsterblichkeit und vieles mehr zugesprochen. Was er bewirken kann, zitierten die Interpreten aus Gedichten von Wilhelm Busch, Heinrich Heine, Theodor Fontane und Hoffmann von Fallersleben. Er führt Liebende zusammen, galt als Reichsapfel als Machtsymbol und wurde beim Urteil des Paris zum Zankapfel unter Hera, Aphrodite und Athene und führte schließlich zum Trojanischen Krieg. Schneewittchen sollte er gar den Tod bringen. In einem bulgarischen Märchen werden goldene Äpfel von einem Drachen gestohlen. Eine dramatische Erzählung, die Pianistin Angela Stoll mit den kleinen Variationen von Mozart begleitete. In das Lied von Mozart "In einem kleinen Apfel, da sieht es lustig aus" fiel der kleine Kreis der Zuhörer mit ein. Nach einem Apfel verlangt auch "Das bittende Kind" von Robert Schumann. Neben heiteren, brachten die Interpreten auch traurige Geschichten zu Gehör, so von dem Apfelpfarrer Korbinian Aigner. Er züchtete im Konzentrationslager Dachau Äpfel. Als Korbinianapfel sei seine Züchtung heute noch in Bayern zu finden, so Martin Schneider.

Wissenswertes erfuhr das Publikum auch über Anbau und Züchtung. Um 800 in Deutschland von Karl dem Großen gezüchtet, wurde der Apfel zunächst am Höfen angebaut, gelangte aber bald in Bauerngärten. Äpfel seien roh, gekocht, gebraten oder gekeltert die beste Speise und obendrein gesund, zitierte Antje Schneider. Selbst am Weihnachtsbaum geben sie einen vortrefflichen Schmuck ab, erkennt Goethe in seinem "Werther".

Martin Schneider war als Opernregisseur an verschiedenen Theatern und als Professor für Szenischen Unterricht an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin tätig. Antje Schneider war Buch- und Musikalienhändlerin und arbeitete für Rundfunk und die Deutsche Schallplatten GmbH. Seit mehreren Jahren gestalten beide zusammen literarisch-musikalische Programme. Angela Stoll lebt in Berlin, ist als Korrepetitorin tätig und konzertiert im In-und Ausland.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...