Berufseinsteigerin bespielt acht Kirchen der Region

Mit 21 Jahren ist Judith Döschner vogtlandweit eine der jüngsten Kantorinnen. Trotz Teilzeit pendelt sie zwischen Kirchgemeinden in Ellefeld und Bobenneukirchen.

Ellefeld.

Freude und Lampenfieber liegen eng beieinander, wenn Judith Döschner an den kommenden Sonntag denkt. Dann wird sie zum ersten Mal einen Gottesdienst in der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Ellefeld auf der Orgel begleiten. Als Kantorin angestellt ist sie dort seit Juni. Dass sich seither noch keine solche Spiel-Gelegenheit ergab ist zwei Tatsachen geschuldet: Einerseits befindet sich die Neue in der Übergangsphase, und ihre Vorgängerin Reni Polster wird der jungen Frau trotz Ruhestand unter die Arme greifen. Andererseits ist es nicht Judith Döschners einzige Anstellung. Obwohl Teilzeit-Kantorin, hat sie seit Mai obendrein einen Teil der Kirchenmusik in der Evangelisch-lutherischen Gemeinde Bobenneukirchen unter ihren Fittichen. Macht inklusive der Ortsteile acht Gotteshäuser.

Mit 21 Jahren ist Judith Döschner eine der jüngsten angestellten Kantorinnen im Vogtlandkreis. Vielleicht sogar die jüngste. An der Dresdner Hochschule für Kirchenmusik absolvierte sie ein zweieinhalbjähriges C-Studium. C weist auf den späteren Einsatz als Kantorin in Teilzeit hin. Anschließend sei es für sie "Herzenssache" gewesen, in ihre Heimat zurückzukehren, sagt sie. Döschner wohnte bis zu ihrer Heirat mit einem Grünbacher 2018 in Falkenstein. Und sie hatte Glück, dass sich nach dem Studium beide Stellen fanden. In Bobenneukirchen ist die junge Frau bis September 2020 als Elternzeit-Vertretung eingesetzt. Danach wird sie sich mehr als bisher um Ellefeld kümmern. Gegen ein 40-Stunden-Pensum entschied sich die pendelnde Kantorin allerdings ganz bewusst. "Ich denke nicht, dass ich das zu 100 Prozent könnte", sagt sie. "Denn ich habe auch familiäre Pläne und möchte den Fokus genauso darauf legen."


Mehr als ein Jahr zweigleisig zu fahren, fordert Judith Döschner vor allem in der Anfangszeit. "Das lässt sich aber gut vereinen, wenn ich länger planen kann", ist sie überzeugt. "Noch habe ich keine Routine." Ab jetzt wird sie jeweils zwei Gottesdienste pro Monat in beiden Kirchgemeinden musikalisch betreuen, außerdem bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen mitwirken. Dazu kommt die Leitung zweier Kirchenchöre und eines Flötenkreises.

Ein Orgelkonzert hat Judith Döschner schon gegeben. Das war Ende Juni in Eichigt bei Bobenneukirchen. "Es wäre schön, wenn ich das bald auch hier machen könnte", sagt sie. "Die Ellefelder Orgel klingt richtig schön und ziemlich romantisch." Die Königin der Instrumente zu beherrschen, das ist eine Wissenschaft für sich. "Man muss davor Klavier gelernt haben", erklärt die Kantorin. "Dazu kommt, dass man bei der Orgel die Füße gleichzeitig bewegen muss. Es dauert es ungefähr drei, vier Jahre, bis man sich wirklich sicher fühlt."

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