Besondere Puppenstube nur einen Tag zu sehen

Die Kombination Marke Eigenbau ist am Sonntag bei der Weihnachtsausstellung in Werda ausgestellt. Eine weitere Besonderheit ist die Öffnungszeit der Heimatstube.

Werda.

Das haben die Werdaer Heimatstube und ihre Gäste möglicherweise noch nie zu Gesicht bekommen. "Jedenfalls nicht in den letzten zehn Jahren", sagt Michael Reinwarth. Wenn dort am 1. Advent die Weihnachtsausstellung öffnet, ist eine Kombination aus Puppenstube und Bauernhof mit von der Partie. Wer das Unikat Marke Eigenbau und etliche andere Exponate sehen will, darf nicht lange überlegen. Denn Besuchsgelegenheit gibt es nur dieses eine Mal. Dass so viel Aufwand ausschließlich für den ersten Sonntag im Advent betrieben wird, gehört auch zum Brauchtum, ist aber überwiegend Platz- und Personalgründen geschuldet.

Das Schaustück hat Inge Thoß den Freunden der Heimatstube vorübergehend überlassen. Zwar ist es in Familienbesitz, dennoch kann auch die Leihgeberin über dessen Entstehungszeitraum nur wenig sagen. "Der Großvater von meinem Mann hat das gebaut", erzählt sie. "Und mein Mann ist 73. Mit vier Jahren hat er das bekommen." Ihr heutiges Aussehen verdankt die etwa 80 Zentimeter lange Anlage mit Wohnhaus, Balkon, Terrasse, Anbau, Hof, Pferdestall, Hühner- und Schweinestall einigen Überarbeitungen. "Jedes Jahr wurde was ergänzt, damit das Weihnachtsfest immer einen besonderen Charakter bekommt", sagt Inge Thoß.

Nicht nur ihr Mann war begeistert von der etwas anderen Puppenstube. "Unsere Kinder haben auch gerne damit gespielt, wenn wir sie zur Weihnachtszeit vom Boden geholt haben", erzählt die Leihgeberin. Das wird auch heute noch so gehandhabt. Jetzt sind es ihre Enkelkinder, die mit leuchtenden Augen davor sitzen. "Sie wohnen im Breisgau. Deshalb ist es jedes Mal etwas Besonderes."

Die Heimatstube hat sich auf traditionelles vogtländisches Weihnachten anno dazumal spezialisiert. In vier Räumen sind Dekoratives, Tannenbäume, Kaufmannsläden, noch mehr Puppenstuben und Zuckermännle als Werdaer Originale in allen Formen und Größen ausgestellt. Fünf Aktive zählen die Freunde der Heimatstube momentan. Den Hut hat Roland Ehrlich auf. Er war es auch, der bei Zusammenkünften von Frauen aus dem Ort nach entbehrlichen Ausstellungsstücken für Weihnachten fragte. "Wir sind eine Seniorengruppe und treffen uns immer mal hier zum Kaffeetrinken", berichtet Inge Thoß. "Da wird auch ein bissel Mundart vorgetragen, um unserer Heimatstube noch einen zusätzlichen Sinn zu geben."

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