BG-Klinik Falkenstein: Aus scheint besiegelt

Nach Gewerkschaftsinformationen soll am Donnerstag beschlossen werden, dass die Muttergesellschaft die Einrichtung in Dorfstadt nicht weiterführt. Proteste sind geplant.

Falkenstein/Halle.

Die Entscheidung soll am Donnerstag in Halle fallen: Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi wird der Hauptausschuss der BG-Kliniken dort das Aus für die BG-Klinik Falkenstein beschließen. Sie solle nicht mehr unter dem Dach der Muttergesellschaft weitergeführt, sondern "abgestoßen" werden, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschafter. Die vogtländischen Beschäftigten würden dagegen in Halle protestieren: "Sie wollen, dass die Mitglieder des Hauptausschusses live erleben, in welche Stimmungslage sie die Beschäftigten gebracht haben", schreibt Verdi.

Vorschläge aus der Belegschaft zu Veränderungen im Leistungsspektrum seien "abgeschmettert" worden. Und die Idee eines Ausbaus des Standorts Falkenstein zum zentralen Präventionsstandort für die Beschäftigten aller BG-Kliniken hätten die Verantwortlichen aus Kostengründen abgelehnt.

Derzeit sind in der Klinik rund 100 Menschen tätig. "Bei den Patientinnen und Patienten genießt die Klinik einen sehr guten Ruf, was eine Unterschriftensammlung bestätigt", hebt Verdi hervor. "Die derzeitige Belegung liegt nachweislich bei über 90 Prozent."

Der Geschäftsführer der Klinik, Hans Böhm, erklärte auf Anfrage, man habe vereinbart, sich erst nach dem Termin in Halle zu äußern.

In der Redaktion der "Freien Presse" meldete sich am Montag ein niedersächsischer Patient der Klinik, der anonym bleiben möchte. "Einen besseren Platz mit schönerer Landschaft kann man nicht kriegen", betonte er. "Auch die Therapeuten sind sehr gut." Er und viele andere Patienten wollten nicht nach Bad Reichenhall, sondern weiterhin im Vogtland betreut werden. In Bad Reichenhall befindet sich die zweite deutsche Klinik für Berufskrankheiten.

Im April wurde bekannt, dass der Klinikstandort Falkenstein auf der Kippe steht: Vor allem der Mangel an Fachkräften mache der Einrichtung zu schaffen, außerdem gebe es immer weniger Patienten mit früher typischen Berufskrankheiten der Lunge und der Atemwege. Ursprünglich sollte schon im Mai eine Entscheidung über die Zukunft der Klinik fallen, diese wurde schließlich auf September vertagt.

Zuletzt hatte Geschäftsführer Böhm erklärt, es würden verschiedene Varianten diskutiert, wie es weitergehen könnte. Dazu zählten die Kooperation mit einer anderen Klinik der Region oder der Verkauf an einen neuen Träger - Kaufinteressenten gebe es.

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