BG-Klinik: Verkauf an neuen Träger ist gescheitert

Die Sondierungsgespräche über eine Weiterführung hatten keinen Erfolg. Damit droht im Sommer rund 100 Beschäftigten die Entlassung. Nächste Woche steht ein Verhandlungstermin mit Verdi an.

Dorfstadt.

Seit Herbst ist bekannt, dass die BG-Klinik im Falkensteiner Ortsteil Dorfstadt nur noch bis Sommer 2020 als solche betrieben wird. Es liefen Sondierungsgespräche zur Übernahme mit "interessierten Unternehmen", hieß es damals. Doch alle Bemühungen zum Verkauf sind gescheitert - dies teilt Eike Jeske, zuständig für die Kommunikation der BG-Kliniken, jetzt mit. "Es ist bislang nicht gelungen, die Geschäftsanteile der Klinik zu veräußern und den Betrieb der Einrichtung somit ab Sommer 2020 unter neuer Trägerschaft fortzuführen", heißt es in der am Mittwoch verschickten Mitteilung.

Aktuell seien nach wie vor rund 100 Mitarbeiter in der Klinik tätig, so Jeske auf Nachfrage. Er hebt hervor, dass der Falkensteiner Bürgermeister Marko Siegemund (CDU) und der CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt die Bemühungen der Unternehmensgruppe "tatkräftig unterstützt" hätten, durch einen Trägerwechsel eine Weiterbeschäftigung des Personals sicherzustellen.

Die Konzern- und Klinikleitung werde nun "intensiv weiter daran arbeiten, einen umfangreichen Sozialplan für die Beschäftigten der BG- Klinik Falkenstein zu entwickeln, dadurch wolle man die zu erwartenden Arbeitsplatzverluste kompensieren", so der Klinik-Sprecher.

Nach Angaben von Simone Bovensiepen, Sekretärin der Gewerkschaft Verdi, verhandelt diese bereits seit Ende letzten Jahres mit der Klinikleitung über den Sozialplan. Zwei Treffen habe es gegeben, das dritte stehe in der nächsten Woche an. "Wir hoffen, dass dann die Agentur für Arbeit mit am Tisch sitzt", so Bovensiepen. Dies sei wichtig, weil man die Gründung einer Transfergesellschaft anstrebe, in der das Personal aufgefangen und qualifiziert werden könne. Dazu benötige man die Unterstützung der Agentur. "Meines Wissens hat es bisher noch keine Kündigungen in der Klinik gegeben", so die Gewerkschafterin.

Im April 2019 war bekannt geworden, dass die idyllisch gelegene Klinik in der Krise steckt. Als Hauptgrund wurde damals ein "erheblicher Fachkräftemangel im ärztlichen Dienst" genannt, der durch die "geografische Randlage" der Klinik begünstigt werde. Zudem leide die Einrichtung unter der demografischen Entwicklung: Früher typische Berufskrankheiten wie Atemwegs- und Lungenerkrankungen würden seltener, verbliebene Patienten lehnten eine Behandlung in Dorfstadt unter anderem wegen der schlechten Verkehrsverbindung ab.

In der Folge demonstrierten Personal und Patienten mit Unterstützung von Verdi gegen eine Schließung, die zunächst für Mai 2019 geplante Entscheidung fiel schließlich im September.

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