Bischof sieht Licht des Glaubens

Mit einem Festgottesdienst wurde das 150-jährige Bestehen der Falkensteiner Kirche gefeiert - mit Brückenschlag zum Tag der Deutschen Einheit.

Falkenstein.

Der 3. Oktober 1869 ist der Tag, an dem die Kirche zum Heiligen Kreuz eingeweiht wurde. Mit einem großen Festgottesdienst, vielseitiger Kirchenmusik und vielen Gästen aus umliegenden Orten und Gemeinden wurde am Donnerstag die 150. Kirchweih begangen und gleichzeitig an das Jubiläum 30 Jahre Mauerfall erinnert.

Die Predigt hielt Landesbischof Carsten Rentzing. Er erinnerte daran, dass 150 Jahre lang Menschen in diese Kirche kamen und fragte, was das bei ihnen bewirkt hat. "Wir brauchen solche Orte, an denen die Begegnung mit dem Herrn der christlichen Kirche möglich ist", fasste er seine Bibelauslegung zusammen. Als Bischof habe er das Privileg, viele solcher Jubiläen zu erleben. Unter diesem Eindruck könne er sagen: "Das Bild einer vollgefüllten Kirche ist ein Zeichen dafür, dass das Licht des Glaubens in unserem Land noch nicht verloschen ist."

In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) daran, dass sechs Generationen diese Kirche als prägendes Gebäude der Stadt erlebt haben. Es sei viel passiert und in schwierigen Zeiten sei es die Kirche gewesen, die Hoffnung gab und auch Identität stiftete. Er dankte für das unermüdliche Engagement für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren, besonders für die, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Als Geschenk übergab er ein Kreuz, das der Falkensteiner Künstler Wolfgang Blechschmidt angefertigt hat.

Für Landtagsmitglied Sören Voigt ist der Kirchturm ein Symbol für Heimat und gleichzeitig ein Zeichen für die enge Verbindung zwischen Kirche und Gesellschaft. Als damals die Kirche wieder aufgebaut wurde, herrschte Aufbruchstimmung, man wollte einen zentralen Platz, von Bürgerschaft und Gemeinde getragen. Damit schlug Voigt den Bogen zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution. Auch damals herrschte Aufbruchstimmung, aber für die deutsche Einheit gab es keinen verbindlichen Plan. Voigt bezeichnete die deutsche Einheit als große Leistung. Sie sei aber auch ein Geschenk, weil sie gewaltfrei errungen wurde. In diesem Zusammenhang würdigte er den Verdienst der Kirchen. Grußworte sprachen auch Pfarrerin Mandy Rabe als Vertreterin der Schwesternkirchgemeinden, Pfarrer Ralph Kochinka von der Römisch-Katholischen Kirche und Thomas Knittel, der an der Theologischen Hochschule Moritzburg lehrt und Pfarrer in Falkenstein war. Vorgelesen und doch beeindruckend war ein Grußwort aus der Partnergemeinde Wuppertal, das von der jahrzehntelangen Freundschaft zwischen den Gemeinden sprach und mit dem Satz endete: "Danke, dass es eine Einheit schon vor dem Mauerfall gab."

Weitere Veranstaltungen zum Kirchen-Jubiläum: Am heutigen Freitag steht ein "Heiterer Abend" auf dem Programm. Beginn: 17 Uhr. Am Samstag folgt ein Vortrag zur Geschichte der Kirche, ebenfalls 17 Uhr. Am Sonntag steht der Festgottesdienst zum Erntedank in Falkenstein an, Beginn 9 Uhr. Musik zu Erntedank und die Aufführung des Erntedankspiels folgen Sonntag ab 15 Uhr. (mros)

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