Borkenkäfer zwingt zur Holzernte

Im Stadtwald Rodewisch hat der Forstschädling zugeschlagen. Um den Schaden klein zu halten, wird ihm seine Lebensgrundlage entzogen.

Rodewisch.

Alles muss raus. Was nach Sommerschlussverkauf klingt ist die einzige Erfolg versprechende Strategie gegen den Borkenkäfer. Um zu verhindern, dass sich der Schädling in den heimischen Fichtenwäldern weiter ausbreitet, werden die Reviere im Vogtland flächendeckend kontrolliert. Befallene Bäume werden markiert, damit sie schnell aus dem Wald geschafft werden können.

"Wir sind hier kein Nationalpark, wo wir den Wald sich selbst überlassen können", sagt Revierleiter Andreas Schlosser vom Sachsenforst-Forstbezirk Plauen. Auch der Kommunalwald Rodewisch, der sich über 74 Hektar bei Rützengrün und am Steinberg erstreckt, ist ein Nutzwald. Doch aufgrund der großen Holzmenge, die infolge der Aufarbeitung von Sturmschäden, Schneebruch und Borkenkäfer auf dem Markt ist, ist die Vermarktung derzeit schwierig.


Auf Rützengrüner Flur, an den Hängen oberhalb der Pöltzsch, hat die Holzernte wider Willen jetzt begonnen: Rund 400 Festmeter Schadholz müssen aus den jahrzehntealten Fichtenbeständen geholt werden. Teils wird großflächig gefällt, teils werden nur einzelne, frisch vom Borkenkäfer befallene Bäume entnommen.

Andreas Schlosser, zuständig für das Betreuungswaldrevier Rodewisch, hat die kommunalen Wälder der Region von Rodewisch über Lengenfeld bis Treuen im Blick. Nach den Kontrollen der letzten Wochen stand fest: Hatte sich die erste Borkenkäfergeneration 2019 noch in Bäumen entwickelt, die Sturm oder Schnee "gefällt" hatten, sind seit vier Wochen bislang gesunde, stehende Fichten betroffen. Um diese zweite 2019er-Generation des Borkenkäfers an der Ausbreitung zu hindern hilft nur: Alles muss raus!


Bohrmehl weist auf Käfer hin

Hinweise auf Borkenkäferbefall am Stamm sind braunes Bohrmehl, Bohrlöcher in der Rinde und Harztropfen. Meist sind die Kronen der Bäume noch grün. Braune Kronen und abgestorbene Bäume deuten auf Borkenkäferbefall vom Vorjahr hin. Dann sollten benachbarte Bäume auf Frischbefall untersuchen werden.

Frisch befallene Bäume müssen gefällt und abtransportiert werden. Bei Einzelbäumen kann nach dem Fällen die Rinde geschält werden. Der Stamm kann im Wald bleiben.

Wird ein betroffener Baum übersehen, kann das bis Jahresende zum Befall von bis zu 400 gesunden Bäumen führen. www.sachsenforst.de

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