Brandanschlag in Rodewisch: Innenminister kündigt Belohnung für Hinweise an

Nach den Angriffen im Vogtland und in Bautzen soll es eine zeitnahe Entscheidung geben. Nach Anschlägen in Leipzig hat das LKA bereits 100.000 Euro für Hinweise ausgelobt.

Dresden.

Die Polizei wird auch für die Brandanschläge auf Baufirmen in Rodewisch und Bautzen eine Belohnung für sachdienliche Hinweise ausloben. Das kündigte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) am Freitagmorgen in Dresden an. Zuvor hatte das Landeskriminalamt mitgeteilt, dass es 100.000 Euro für Hinweise zahlt, die im Zusammenhang mit der Brandstiftung am 3. Oktober auf eine Leipziger Baustelle und dem jüngsten Angriff auf die Prokuristin einer Baufirma in der Stadt stehen. "Auch für die Fälle in Rodewisch und Bautzen wird es jetzt zeitnah eine Entscheidung geben", sagte Wöller. "Es ist so, dass die örtlichen Strafverfolgungsbehörden bis 12.500 Euro selber ausloben können." In den beiden genannten Fällen werde es eine "angemessene Auslobung" geben, "die über 12.500 Euro hinausgeht".

Die betroffenen Baufirmen aus Rodewisch, Bautzen und Leipzig werden kommende Woche zu einem Gespräch im Innenministerium erwartet. Man können Einschüchterungen und Bedrohungen nicht zulassen, sagte Wöller. "Wir sind dabei, Maßnahmen zu prüfen, wie wir besser schützen können."

Wöller hatte sich am Morgen mit dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) getroffen und weitere Schritte im Kampf gegen den Linksextremismus vereinbart. Unter anderem wird die Stadt Leipzig eine "Steuerungsgruppe" einrichten. In der Gruppe sollen die Leipziger Polizei, das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft und der Verfassungsschutz vertreten sein. Sie sollten sich über die Lage und die Situation in der Messestadt austauschen und "strategische Linien" definieren, sagte der Oberbürgermeister: "Wir werden polizeiliches und städtisches Handeln in dieser Gruppe abstimmen und synchronisieren."

Das Innenministerium wird zudem zusätzliches Geld für die Beseitigung von Graffiti in Leipzig bereitstellen. "Das Thema Ordnung, das Thema Sauberkeit und ,Null Toleranz‘ fängt bereits bei Graffiti und Schmierereien an", sagte Wöller. Gemeinsam mit der Stadt Leipzig wolle man "Graffiti an den Brennpunkten mit dem Eigentümern gemeinsam so schnell wie möglich" beseitigen. Einen genauen Betrag nannte der Minister nicht. (kok)

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