Brandanschlag auf VSTR in Rodewisch

Dienstagnacht brennen ein Bagger, zwei Zugmaschinen und ein Transporter. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt, denn die Baufirma ist nicht zum ersten Mal Opfer eines Anschlags.

Rodewisch.

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Dienstag in Rodewisch vier Fahrzeuge einer Baufirma in Brand gesetzt. Die Feuer auf dem Betriebsgelände an der August-Bebel-Straße waren kurz nach 1 Uhr entdeckt worden, Anwohner hatten die Feuerwehr alarmiert. Deren schnelles Eintreffen verhinderte einen noch größeren Schaden: Bei der Untersuchung des Tatortes wurden an weiteren Fahrzeugen Brandsätze entdeckt, die nicht mehr ausgelöst wurden, teilte das Landeskriminalamt mit. Das hat die Ermittlungen zur Brandstiftung übernommen, da davon auszugehen sei, "dass die Straftat politisch linksextremistisch motiviert ist", so die Erklärung.

Die vier zerstörten Baufahrzeuge standen an verschiedenen Stellen auf dem abgeschlossenen VSTR-Gelände, das nachts regelmäßig eine Sicherheitsfirma kontrolliert. Die Feuer waren offenbar gelegt worden, kurz nachdem die Wachleute ihre Kontrolle beendet hatten. Zwei Zugmaschinen, die völlig ausbrannten, parkten abseits. Der zerstörte Transporter stand mit zwei anderen Werkstattfahrzeugen an der Rückseite der Reparaturhalle; der ausgebrannte Bagger parkte auf dem Betriebshof - nur wenige Meter neben der öffentlichen Tankstelle, die der Baubetrieb am Firmensitz betreibt.

"Nicht auszudenken, welcher Schaden entstanden wäre, wenn das Feuer auf die Tankstelle übergegriffen hätte oder die Gasbehälter in den Werkstattfahrzeugen explodiert wären", sagte Jürgen Rannacher, Vorstand des Baubetriebes VSTR AG, dem Opfer der Brandstiftung. Er dankte den Feuerwehrleuten aus Rodewisch und Auerbach sowie allen Einsatzkräften, die durch ihr umsichtiges Handeln verhinderten, dass die Feuer auf andere Fahrzeuge oder Gebäude übergriffen. Auch dass zum Zeitpunkt des Brandes keine Mitarbeiter auf dem Gelände waren und die meisten Baumaschinen noch auf den Baustellen und nicht, wie in der Winterpause üblich, in Rodewisch stationiert sind, seien "glückliche Umstände - auch wenn diese Einschätzung angesichts der Ereignisse schwerfällt", so Jürgen Rannacher. Der VSTR-Vorstand war seit den Nachtstunden vor Ort, um die Arbeit der Polizei zu unterstützen und Mitarbeiter einzuweisen,
"die diese Ereignisse natürlich auch verunsichern", wie Rannacher sagte.

Für den VSTR ist die Brandstiftung nicht der erste derartige Vorfall. Mitte August waren auf der Baustelle für das neue Gefängnis in Zwickau sechs Baumaschinen in Flammen aufgegangen. In einem angeblichen Bekennerschreiben hatte eine autonome Gruppe die Verantwortung dafür übernommen und erklärt, man habe einen Bauunternehmer aus Bautzen mit Verbindungen ins rechte Milieu treffen wollen. Dessen Firma Hentschke Bau ist wie der VSTR am Bau der neuen Justizvollzugsanstalt beteiligt. In Zwickau blieb Hentschke-Technik unversehrt, in der Nacht zu Dienstag wurde auch gegen die Firma in Bautzen ein Brandanschlag verübt.

Bislang wurden die Täter von Zwickau nicht ermittelt. Umso mehr hofft man in Rodewisch, dass die Polizei nach dem jüngsten Vorfall den Tätern auf die Spur kommt. "Der wirtschaftliche Schaden ist noch zu klären. Aber in der Zukunft darf sich so etwas nicht wiederholen", hofft Jürgen Rannacher.

Zeugen, die Hinweise zur Brandstiftung in Rodewisch geben können, werden gebeten, sich beim Landeskriminalamt Sachsen zu melden; Telefon 0800 8552055.
 

19Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 11
    5
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    Blacky: Na hoffentlich denken sie beim nächsten mutmaßlich "rechten" vergehen auch noch dran!

  • 17
    3
    KTreppil
    05.11.2019

    Komisch, ich beobachte die Diskussionen in diesem Forum schon länger, einige Teilnehmer fielen immer wieder themenabgängig durch Vorverurteilungen auf.
    @blackadder...Sie auch hin und wieder.
    Aber Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

  • 8
    17
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    @Ktreppil: Ich habe nichts aufrechnen wollen. Ich habe nur ein Beispiel herangezogen, um zu zeigen, dass frühe Vorverurteilungen sich rächen können..

  • 13
    7
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    CPärchen: Da kann ich ihnen in keinster Weise zustimmen. Was ist am abfackeln von Autos oder Baggern wie in Leipzig oder blinder zerstörungswut in Hamburg zum G20 bitte "schlauer"? Ich kann mich an keine auch nur annähernd vergleichbare Gewalt wie zum Beispiel der IB erinnern

  • 13
    3
    KTreppil
    05.11.2019

    Noch eine Anmerkung zum in diese Diskussion eingebrachten Anschlag auf Justizminister Gemkow: Meines Wissens endete die Verhandlung gegen den Angeklagten mit Freispruch und die Anklage ging in Berufung. Soweit ich gelesen habe, wird noch immer in alle Richtungen ermittelt. Schlimm genug und noch schlimmere Anschläge auf Politiker gab es bereits. Sollte also nicht schon wieder zum Gegenstand gegenseitigen Aufrechnens mißbraucht werden!

  • 17
    8
    Echo1
    05.11.2019

    Alles Spekulation, wer das angestellt hat.
    Aber man kann schon sagen, dass die Gewalt zugenommen. Es gibt Nachahmungstäter egal aus welchen Motiven. Deshalb Käse, sich auf etwas festzulegen. Die Taten sind zu verurteilen.
    Aufträge gehen verloren. Arbeitsausfall und
    Lohnausfall. So etwas kann kein vernünftiger Mensch wollen, der auf der Seite des Baggerfahrer ist.

  • 5
    21
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    @CPärchen "Grund: Vorwurf der Unterstützung an der Gentrifizierung und an deren "freien Wohnprojekten"

    In Rodewisch?

  • 6
    21
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    @CW: "Oder andersherum: wieso ist denn bitte eine Baufirma ein Feindbild für Rechte?"

    Wieso gehen Sie davon aus, dass ein Anschlag auf eine Baufirma einen politischen Hintergrund haben muss? Da kann so viel dahinter stecken: Konkurrenz, Versicherungsbetrug.... der Möglichkeiten gibt es viele. Und mein Beispiel Gemkow zeigt: oftmals ist es besser, abzuwarten, oder nicht?

  • 28
    4
    KTreppil
    05.11.2019

    Sieht aber ganz danach aus, dass wenn Brandstiftung, dann diese aus politischen Motiven heraus verübt wurde. Auch in Bautzen hat es kürzlich auf dem Gelände einer Baufirma ähnlich gebrannt. Auch diese Firma baut oder bzw. plant am neuen Zwickauer Knast zu bauen. Auf dieser Knast-Baustelle gab es bereits einen Brand, u.a. war diese Bautzner Firma betroffen. Dazu gab es Bekennerschreiben auf einer einschlägigen linken Internetplattform. Da muss man schon ziemlich blind auf einem Auge sein, um keine Zusammenhänge zu erkennen?! Zum Glück blieb es in diesen Fällen (noch?) nur bei Sachschäden. In Leipzig nahm es bereits eine weitere Eskalationsstufe an....aber natürlich, bloß keine Vorverurteilungen!

  • 29
    7
    osgar
    05.11.2019

    @Blackadder, gehen Sie wirklich mit Scheuklappen durch die Welt?
    Lesen Sie doch ganz einfach das Bekennerschreiben der Linksextremisten, die die Prokuristin einer Baufirma in Leipzig überfallen haben. Dort haben Sie ganz explizit die Einstellung dieser Leute.

  • 27
    6
    994374
    05.11.2019

    @Blackadder:
    Wieso ist denn bitte eine Baufirma ein Feindbild für Linke? - Na, wenn sich jemand erdreistet, an der "falschen Stelle" zu bauen! (Siehe aktuellen Fall in Leipzig.)

  • 28
    5
    CPärchen
    05.11.2019

    @Blackadder:
    Grund: Vorwurf der Unterstützung an der Gentrifizierung und an deren "freien Wohnprojekten"

    Ich finde es eher interessant, wie hier in den Kommentaren gerade die Texte getauscht werden.
    Bei einer rechten Straftat hätte man sicher den Text von thomboy und Blackadder tauschen können. Korrigiert mich gerne.

    Linke stellen sich tatsächlich schlauer an bei ihren Taten. Sie werden nicht so schnell erwischt, vermischen ihre ideologischen Ansichten mit gesellschaftlichem Konsens (Klima, Rassismus, etc.) und erhalten politische Unterstützung von linken Parteien.
    Das mussten und müssen rechte Gruppen erst noch lernen. Diese sind dafür gewalttätiger gegenüber Personen... aber auch hier holen Linke auf (Siehe Connewitz).

    Die schaukeln sich gegenseitig hoch - bis es der breiten Mitte langt. Das geschieht dafür intensiv und plötzlich... allerdings auch erst sehr spät.

  • 7
    28
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    Darf ich erinnern an den Anschlag auf das Haus unseres Justizministers Gemkow 2016? Da schrieben die Medien ganz groß:

    "Verfassungsschutz-Erkenntnisse
    Antifa soll Anschlag auf Justizminister Gemkow in Leipzig verübt haben"

    https://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Antifa-soll-Anschlag-auf-Justizminister-Gemkow-in-Leipzig-veruebt-haben

    Fast ein Jahr später fand man dann die echten Täter. Und wer war es?

    "Der Anschlag auf Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (38, CDU) ist offenbar von einem Rechtsextremisten verübt worden. Wie TAG24 aus Justizkreisen erfuhr, sollte der Minister gar nicht Ziel der Buttersäure-Attacke sein. Der Politiker wurde Opfer einer Verwechslung!"

    https://www.tag24.de/nachrichten/leipzig-haus-verwechselt-war-gemkow-nur-ein-zufallsopfer-justizminister-sachsen-anschlag-190189

    Na sowas aber auch!

  • 26
    8
    ChWtr
    05.11.2019

    Falls der Kommentar ernst gemeint sollte, muss ich nur noch den Kopf schütteln - Blackadder.

    Oder andersherum: wieso ist denn bitte eine Baufirma ein Feindbild für Rechte?

    Weshalb die Frage ganz ungeniert gestellt wurde, ist jedoch typisch. Ich hoffe, dass ich der Einzige bin, der darauf angesprungen ist (...)

  • 24
    9
    Malleo
    05.11.2019

    black..
    Bekommen Sie keine roten Ohren bei dieser Frage?
    Ein Antwort.
    Die bauen Dinge, die etwas mit Besitz zu tun haben.
    Alles klar?

  • 8
    36
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    Mir kommt das auch sehr seltsam vor, dass plötzlich alle Brände bei Baufirmen linksextremistisch sein sollen? Wieso ist denn bitte eine Baufirma ein Feindbild für Linke?

  • 28
    12
    gelöschter Nutzer
    05.11.2019

    Echo1: ich denke eher keines ihrer vorgeschlagenen Motive sondern Wohl eher mal wieder linksmotiviert. Es wird Zeit endlich verstärkt gegen die zunehmende linke gewalt vorzugehen.

  • 28
    5
    Lesemuffel
    05.11.2019

    Echo, stimmt nicht ganz, die gestrige Umfrage(DLF) besagte doch, dass die Deutschen noch nie so zufrieden waren, wie heutzutage. Wert: 7,8 auf der Zehnerskala. Und trotzdem diese Gewalt? Vielleicht wurden die Linksextremisten zu sehr unterschätzt? Willkommene Helfer im Kampf gegen Rechts? Wieso gehen die so brutal gegen Infrastruktur, Industrie und sogar Menschen vor? (in Leipzig wurde eine Geschäftsführerin einer Immobilienfirma von Linksautonomen in ihrer Wohnung in Connewitz zusammengeschlagen)

  • 8
    33
    Echo1
    05.11.2019

    Unsere Gesellschaft der Konkurrenz, der Angst vor gesellschaftlichen Abstieg, der
    Gesellschaft, die wirklich zu viele Verlierer
    hervorbringt, eine Gesellschaft, wo Gewalt
    weltweit ein Mittel ist, etwas durchzusetzen. Da ist Deitschland nicht
    nur eine Insel des Wohlstands mit sicher
    guten Gesetzen und einer Verfassung, die
    Gewalt ausschließt.
    Täter: ein ehemaliger Mitarbeiter, Konkurrenzfirmen, ein allgemein Unzufriedener? Viel Erfolg bei der Tätersuche.



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