Brücke im Park: Welcher Name stimmt?

Schon vor dem Neubau der Fußgängerbrücke über die Göltzsch herrschte in Rodewisch mitunter Verwirrung um die richtige Bezeichnung der Brücken. "Freie Presse" bringt Ordnung ins Durcheinander.

Rodewisch.

Parkbrücke, Schlossbrücke, Rissbrücke und jetzt ein Neubau, der noch keinen Namen trägt - die Brücken im Rodewischer Stadtpark sorgen nicht zum ersten Mal für Verwirrung. So auch jüngst bei der Montage der neuen Stahlbrücke für Fußgänger und Radfahrer. Als von der "Neuen Rissbrücke" die Rede war, meldeten Leser Zweifel an, dass dort vorher die sogenannte Rissbrücke gestanden habe. Schon beim Abriss des Vorläuferbauwerkes hatten ältere Rodewischer die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, nicht die Rissbrücke verschwinde, sondern die große Parkbrücke.

Da laut Stadtsprecher Lothar Jahn im Rathaus keine Unterlagen greifbar sind, die zur Aufklärung beitragen könnten, hat "Freie Presse" bei Ortschronist Siegfried Walther nachgefragt.

Rissbrücke war die inoffizielle Bezeichnung für die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Brücke über die Göltzsch im Verlauf der Schlossstraße. Sie ersetzte die alte Schlossbrücke, eine Bogenbrücke aus Granitsteinen. Die neue Schlossbrücke stand nicht lange: "Beim Hochwasser 1924 verkeilte sich darunter Treibholz und die Brücke wurde beschädigt. Der dabei entstandene Riss führte zu der umgangssprachlichen Bezeichnung Rissbrücke", lautet Siegfried Walthers Erklärung. Die baufällige Rissbrücke wurde später durch einen Neubau ersetzt, der einprägsame Name blieb.

Parkbrücke oder Gartenstraßen-Brücke: Diese mit Sandstein verkleidete Stahlbetonbrücke aus dem Jahr 1915 wurde im Sommer 2018 im Zuge der Umgestaltung des Stadtparkes abgerissen. An Stelle des baufälligen Bauwerkes überspannt seit 15. Oktober eine neue Stahlbrücke die Göltzsch. Ihre Vorgängerin wird auf historischen Ansichtskarten mal als Parkbrücke, mal als Gartenstraßen-Brücke bezeichnet, machte Leser Mario Tuchscherer aufmerksam.

Woher rührt die Verwechslung? Dass die Bezeichnung "Rissbrücke", die ja nicht mehr steht, von der Schlossbrücke zur inzwischen verschwundenen Parkbrücke wanderte, erklärt sich der Ortschronist so: "Die große Parkbrücke hatte im Brückengewölbe eine mit Asphalt ausgegossene Dehnungsfuge. Diese wurde wohl als Riss interpretiert. Nur so kann ich mir erklären, wie es zu der Verwechslung gekommen ist." Eine Deutung, die im Wesentlichen Mario Tuchscherer bestätigt.

Einmal im Umlauf, war die falsche Bezeichnung nicht mehr aus der Welt zu kriegen. "Was hab' ich mir den Mund fusslig geredet- und irgendwann gedacht: Siegfried, lass es. Hier kämpfst du gegen Windmühlen", sagt Walther mit einem Schmunzeln.

Neue Brücke. Mit 42 Metern Spannweite ermöglicht das neue Bauwerk aus Stahl Fußgängern und Radfahrern ein Überqueren der Göltzsch - zwischen Parkstraße/ Parkallee auf der einen Seite und Lindenstraße bzw. Gartenweg am anderen Ufer. Noch ist der Neubau ohne Namen. "Aber das soll nicht so bleiben", findet Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU). Die Stadtverwaltung denke noch darüber nach, wie die Rodewischer bei der Suche nach einem Namen für die neue Brücke einbezogen werden könnten. Vorrang habe die Fertigstellung der Brücke und der dazugehörigen Anbindungen ans Wegenetz des Rodewischer Stadtparkes.

Haben Sie einen Vorschlag, welchen Namen die neue Brücke im Rodewischer Stadtpark tragen soll? Schicken Sie ihren Vorschlag an die Freie Presse, Lokalredaktion, 08209 Auerbach, Nicolaistraße 3 oder per

E-Mail an red.auerbach@freiepresse.de.

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