Bürgerhaus soll "Riesenpotenzial" bieten

Unter großem Interesse der Ellefelder hat der zuständige Architekt erste Ideen für das neue Zentrum der Gemeinde präsentiert. Es gab nicht nur Zustimmung.

Ellefeld.

Man stehe bei der Planung fürs Gebäude Hauptstraße 34 "ganz am Anfang" - darauf verwies Architekt Ronny Neumann zur Versammlung am Mittwochabend. Knapp 50 Interessierte hatten sich im Feuerwehrgebäude eingefunden, um sich die Vorstellungen für das künftige Bürgerhaus erläutern zu lassen, zu dem das Gebäude werden soll. Besonders die Ideen zur Außengestaltung des Obergeschosses hatten im Vorfeld auch Unmut ausgelöst. Sie passten nicht zum Ortsbild, meinten etliche Ellefelder.

Neumann schlug vor, die Außengestaltung eher nach hinten zu schieben - zuerst müsse es ums Gebäudeinnere gehen. Für die Außenansicht des Obergeschosses könne er gerne verschiedene Varianten entwickeln. Dass der erste Entwurf manchen verstörte habe wohl auch damit zu tun, dass er weiß war: "Dadurch sah er aus wie eine Blechdose", räumte Neumann ein. Das liege aber nur daran, dass noch keine Farbe festgelegt sei. "Wir kriegen das hin", versicherte der Architekt.

Er verteidigte zugleich die Bogenform, die man in Ellefeld immer wieder finde, zum Beispiel im Wappen. Das künftige Bürgerhaus müsse sich abheben und dürfe nicht aussehen wie ein Wohnhaus: "Es braucht nach außen einen gewissen Auftritt. Und man sollte sehen, dass es aus den 2020er Jahren stammt."

Die Chance zur kompletten Veränderung des Obergeschosses ergibt sich daraus, dass hier laut Neumann wenig zu retten ist: Wasser sei eingedrungen, die Dachkonstruktion schwer angeschlagen. Deswegen möchte er das Dach "abnehmen" und alles erneuern. Im Obergeschoss soll ein Bürgersaal mit über 200 Quadratmetern Fläche entstehen, wie er laut Neumann im Göltzschtal derzeit einzigartig wäre. Hier könnten zum Beispiel Konzerte stattfinden, aber auch größere Hochzeiten gefeiert werden. Vor allem dank des Saales biete das Bürgerhaus ein "Riesenpotenzial".

Im Geschoss unter dem Saal soll künftig die Gemeindeverwaltung einziehen, im Erdgeschoss ein "Markt der Frische" und ein "Jahrhundertcafé". Baubeginn ist nach derzeitigem Stand frühestens 2022. Dann werden die derzeit ansässigen Lebensmittelgeschäfte das Gebäude zunächst räumen müssen, worüber Betroffene bei der Versammlung am Mittwochabend klagten.

Insgesamt wertete Architekt Neumann die Wortmeldungen als "wohlwollend" und "konstruktiv kritisch". Überhaupt sei die Bürgerbeteiligung in Ellefeld "vorbildlich": "Das war ein sehr guter Auftakt."


Aus der Geschichte des Gebäudes Hauptstraße 34

1888 wurde das Gebäude als Feustelscher Gasthof errichtet, später hieß es Wettiner Hof. Es gab ein Restaurant, einen Ballsaal, aber auch Schlachthof und Fleischereigeschäft.

1922 erfolgte der Verkauf, es begann der Umbau zu gewerblichen Zwecken. Webereien und eine Zwirnerei zogen ein. Von 1955 bis 1990 wurden im Haus Suppen produziert (zunächst VEB Aiga, später VEB Suppina).

1990 eröffnete im Gebäude ein Supermarkt, Möbelhaus und Getränkemarkt zogen ein. Heute gibt es eine Bäcker- und eine Fleischer-Filiale. (bap)

Quelle: Ellefelder Bote


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