Bürgermeister: Ellefeld soll eigenständig bleiben

Jörg Kerber strebt eine zweite Amtszeit an. Gewählt wird im Herbst. Bei der Zusammenarbeit im Städteverbund legt er Wert aufs "eigene Profil".

Ellefeld.

Das Datum steht im Prinzip fest, es fehlt noch die Bestätigung des Gemeinderats: Voraussichtlich am 20. September findet die Bürgermeister-Wahl in Ellefeld statt. Amtsinhaber Jörg Kerber (48, parteilos) wird erneut antreten. "Ich möchte mich gern über 2020 hinaus einbringen und werbe um das Vertrauen der Ellefelder", erklärt er.

Im Dezember 2013 hatte er sein Amt angetreten - als Nachfolger seines Vaters Heinrich, der aus Altersgründen das Rathaus räumte. Seitdem habe er eine "bewegte und sehr interessante Zeit" erlebt und mitgestalten können, sagt der Bürgermeister, der zuvor als Software-Entwickler arbeitete. Seit seinem Amtsantritt habe man viele Dinge etablieren können, bei denen "Menschen zusammenkommen", so Kerber. Er erwähnt das Wipfelfeuer, den Empfang für Zugezogene, den Vereinsstammtisch, Schlossfest, Schlossweihnacht und den Verein "Wir für Ellefeld". Die Stärkung des Zusammenhalts im Ort ist ihm besonders wichtig.

Mit der Flüchtlingskrise hatten Kerber und die Gemeindeverwaltung 2015 eine Aufgabe zu bewältigen, die auch zu Anfeindungen führte. Bekanntlich zogen Asylbewerber ins Gebäude des "Ellefelder Hofes", die Stimmung war aufgewühlt. Im Nachhinein hege er aber keinen Groll gegen Leute, die ihn damals persönlich angingen, versichert der Bürgermeister. Größere Bedeutung für den Ort als die damaligen Vorgänge hätten Dinge, die in die Zukunft wirkten, wie der Anbau am Kindergarten oder das neue Mischgebiet Am Bahnhof, in dem auch etliche Einfamilienhäuser gebaut wurden. "Dies beweist, dass Ellefeld ein Ort ist, in dem man gut wohnen kann - so etwas bringt uns nach vorn."

Trotz des Zuzugs in letzter Zeit ist die Ellefelder Bevölkerung seit 2013 insgesamt etwas geschrumpft: Statt damals 2700 hat die Gemeinde aktuell rund 2600 Einwohner. Die kommunale Selbstständigkeit sei nicht in Gefahr, betont der Bürgermeister: "Das ist momentan überhaupt kein Thema." Ellefeld werde sein kommunales Leben auch weiterhin selbst gestalten - er persönlich kenne praktisch keine Beispiele, bei denen die Bildung größerer Einheiten und eine verstärkte Zentralisierung für kleinere Orte Gutes bewirkt habe. Gleichzeitig spreche nichts gegen eine verstärkte Zusammenarbeit im Mittelzentralen Städteverbund, etwa beim Flächennutzungsplan und beim regionalen Entwicklungskonzept: "Da können wir voneinander profitieren." Gemeinsam habe man eine "lautere Stimme", gleichzeitig bewahre jede Kommune ihr "eigenes Profil".

Die aktuell größte Herausforderung für die Gemeinde sei das Gebäude des Ellefelder Marktes, das jetzt umgestaltet werden soll: "Das wird uns die nächsten drei, vier Jahre beschäftigen." Außerdem hofft Jörg Kerber, dass in diesem Jahr endlich die Alte Auerbacher Straße in Angriff genommen werden kann, die ordentliche Fußwege und Parkbuchten erhalten soll.

Außerdem zählt der Bürgermeister vier kleinere Vorhaben auf. Dazu gehören der Lückenschluss des Wanderwegs am Zimmersteig, wo unter anderem eine Furt durch die Rote Göltzsch entstehen soll, die auch mit Pferdekutschen durchfahren werden kann. Der Reitplatz soll eine Beregnungsanlage bekommen, um die Sicherheit zu gewährleisten. An der Grundschule ist die Einrichtung eines Begegnungs- und Medienzimmers geplant, das auch für die Erwachsenenbildung sowie für Zirkel genutzt werden kann. Und das Vereinszimmer der Turnhalle will die Kommune auf Vordermann bringen. Gedanken macht man sich zudem über eine "Ehrenamtsbörse", mit deren Hilfe sich noch mehr Ellefelder zugunsten ihres Ortes einbringen könnten.

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