Bürgermeisterin ist optimistisch: Treuens Freibad öffnet im August

Eine zweite Sommersaison ohne Bad will die Stadt vermeiden. Deshalb wird mit Hochdruck auf den Abschluss der Sanierung hingearbeitet. Einen Eröffnungstermin gibt es noch nicht - aber seit dieser Woche einen Zeitplan bis zum Bauende.

Treuen.

Der weitere Bauablauf steht fest: In den nächsten Tagen werden die Schweißarbeiten an den Edelstahlbecken abgeschlossen, damit können nächste Woche die Becken gereinigt werden. In der ersten Juli-Woche soll dann begonnen werden, die Becken mit Wasser zu füllen. Parallel dazu laufen Tiefbau-, Pflaster- und Pflanzarbeiten im Schwimmbadgelände weiter, müssen die Wassersysteme geprüft und Restarbeiten an Rutsche und im Außenbereich erledigt werden. Bleiben dann noch alle Prüfungen der Wasserqualität ohne Beanstandungen, könnte das Freibad Treuen noch im August wiedereröffnet werden, informierte Bürgermeisterin Andrea Jedzig (CDU/Einzelkandidatin) am gestrigen Donnerstag.

Beim Ortstermin auf der Baustelle im Trebatal erscheint das Ziel ambitioniert: Noch sind überall Handwerker und Bauleute zugange. Während das Nichtschwimmer-Becken bereits für die Reinigung vorbereitet wird, werden im Schwimmerbecken noch Edelstahl-Elemente der Auskleidung verschweißt. "Dafür werden rund um die Uhr über vier Wochen Temperaturen über 15 Grad Celsius benötigt" erläuter Philipp Kober, Leiter Zentrale Verwaltung. Weil diese Voraussetzungen für die von einer Spezialfirma aus Pirna ausgeführten Schweißarbeiten nicht immer gegeben waren, kam es im Frühjahr zu Zeitverzug.


Auch in anderen Bereichen der Badsanierung, die - sieht man von den Nebenanlagen ab - praktisch einem Neubau gleichkommt, gab es immer wieder "unvorhersehbare Ereignisse, die zu Änderungen im Bauablauf, der Kosten und des Zeitfensters führten", so die Bürgermeisterin.

Beispielsweise wurde beim Bau festgestellt, dass die Rohre zur Wasserversorgung der Becken nicht aus dem dafür vorgesehenen Kunststoff Polyethylen, sondern vielfach aus PVC waren. Die Rohre wiesen zahlreiche Risse auf. Die Stadt entschied deshalb, das Rohrnetz zu erneuern. Die Folge: Auch das Pflaster musste raus und wird nun rund um die Becken neu verlegt. Weil der Untergrund einmal aufgerissen war, wurden auch Energiekabel erneuert und Steuertechnik so untergebracht, dass sie vor Spritzwasser sicher ist.

Für gravierenden Zeitverzug sorgten auch die Probleme mit den Bodenplatten der Becken. Die sollten eigentlich weiter verwendet werden, doch bei der Montage der Beckenauskleidung wurde festgestellt, dass der Beton nicht überall ausreichend stark war. Die Folge: Die Bodenplatten für Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken mussten neu gegossen werden.

Die Konsequenz ist bekannt: Die ursprünglich für den Sommer 2018 geplante Wiedereröffnung des Bades war hinfällig. Noch im Sommer zuvor, als die Risse im Schwimmbecken festgestellt wurden und das Bad die Saison eher beenden musste, war die Stadt optimistisch, das Problem binnen Jahresfrist lösen zu können. Außer vom Zeitplan musste sich Treuen wegen der unvorhersehbaren Ereignisse beim Bau auch von der Kostenplanung verabschieden: Anfangs sollte die Sanierung 1,6 Millionen Euro kosten, nun wird mit 2,1 Millionen Euro gerechnet. Ein Kraftakt, weil Treuen die Badsanierung ohne Fördermittel finanziert. Aber Bürgermeisterin Jedzig steht dazu und weiß den Stadtrat dabei hinter sich. "Die Entscheidung, das Bad zu sanieren und damit für die Bevölkerung im Treuener Land zu erhalten, war richtig - trotz aller Probleme und Kosten", sagt sie.

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