Bundespräsident wird Pate für kleines Mädchen aus Auerbach

Zum letzten Mal war 2012 eine Familie aus der Drei-Türme-Stadt in den Genuss dieser Ehre gekommen. Möglich ist diese für das siebente Kind - unter einer Bedingung.

Auerbach.

Ursprünglich wollte sie nicht ganz so viele Kinder, räumt Mandy Braunreuther (44) ein - doch gefreut habe sie sich dann doch über jeden ihrer insgesamt sieben Sprößlinge. Kevin, ihr Ältester, ist inzwischen 26, Nesthäkchen Aileen Roswitha kam vor 15 Monaten zur Welt. Die Kleine krabbelte gestern durchs Amtszimmer des Auerbacher Oberbürgermeisters Manfred Deckert (parteilos). Dort wurde dem Mädchen eine besondere Ehre zuteil: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernahm die Patenschaft für Aileen. Dies ist jeweils für das siebente Kind einer Familie möglich - wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird. Dies hat Mutti Mandy getan. Sowohl eine Freundin als auch ihr ältester Sohn hatten sie auf die Möglichkeit hingewiesen. Außer einer Urkunde ist die Ehre noch mit einem Geldpräsent in Höhe von 500 Euro verbunden, für das die Familie selbstverständlich gute Verwendung hat.

Zum Termin im Rathaus kamen immerhin sechs der sieben Kinder, nämlich Kevin (26), der als Erzieher arbeitet, Philipp (18) der demnächst eine Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten beginnt, die Schulkinder Max (13), Jamie (9) Josie (7) und eben Aileen. Julia (21) absolviert eine medizinische Ausbildung in Suhl und konnte nicht kommen, auch Mike Schaller, Vater der jüngeren Kinder, war wegen der Arbeit verhindert. Er lebt in Rodewisch, Mandy Braunreuther wohnt mit den vier jüngsten Kindern in Auerbach. Die Größeren sind ausgezogen beziehungsweise wohnen bei ihrem Vater.


Vor drei Jahren zog die Familie von Zwickau nach Auerbach, "der Liebe wegen", wie die Mutter sagt. In der Drei-Türme-Stadt fühlen sie sich wohl, für die Kinder sei es hier besser. Die Mutter ist daheim und schmeißt den Haushalt, für sich selbst habe sie wenig Zeit, räumt sie ein. Aber ein Leben ohne Kinder könne sie sich gar nicht vorstellen. Ihr Ältester weiß, dass er keine Großfamilie will: "So einschränken wie meine Mutter möchte ich mich nicht." Immerhin habe die Tatsache, dass er sich von jeher um jüngere Geschwister kümmerte, wohl viel zu seiner Entscheidung für den Erzieher-Beruf beigetragen. Eigene Kinder will er nicht so schnell erziehen: "Da lasse ich mir lieber Zeit."

In Auerbach hatte zuletzt die Familie Kunz aus Rebesgrün eine solche Patenschaft des Bundespräsidenten für das siebente Kind bekommen. Daran waren seinerzeit sogar drei mehr oder weniger kurzfristige deutsche Staatsoberhäupter beteiligt: Die Urkunde für die 2011 geborene Fiona Carolina unterschrieb Christian Wulff als eine seiner letzten Amtshandlungen, nach dessen Abgang amtierte Horst Seehofer kommissarisch als Bundespräsident, kurz darauf war Joachim Gauck Ehrenpate.

Die Ehrenpatenschaft kann pro Familie jeweils einmal vergeben werden - wurde sie beim siebenten Kind versäumt, ist sie für eines der folgenden möglich. Es genügt ein gemeinsamer Elternteil, Adoptivkinder sind gleichgestellt.

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