Busse ohne Fahrer: Berlin tritt auf Bremse

Das Bundesverkehrsministerium hat dem vogtländischen Verkehrsverband vorerst eine Absage für sein Projekt autonomes Busfahren erteilt. Geschäftsführer Thorsten Müller will einen neuen Anlauf starten.

Auerbach.

2018 sollten die ersten Busse ohne Fahrer durchs Vogtland rollen. Die Städte Auerbach, Treuen, Oelsnitz und Bad Brambach hatten konkrete Ideen, auf welchen innerstädtischen, kurzen Routen sie die maximal 20 Kilometer pro Stunde fahrenden Gefährte testweise einsetzen wollten. Von insgesamt vier elektrisch angetriebenen Minibussen mit jeweils elf Sitzplätzen war die Rede. Doch der Zeitplan könnte ins Wanken geraten, denn der Zweckverband öffentlicher Personennahverkehr Vogtland ist mit seinem Projektentwurf, den er Ende Februar eingereicht hatte, in Berlin durchgefallen. Das hat der Verband gestern mitgeteilt.

Die Nachricht sei Ende vergangener Woche eingegangen, erklärt ÖPNV-Geschäftsführer Thorsten Müller. Die Gründe für den abschlägigen Bescheid seien noch nicht bekannt. "Wir haben nur die Absage bekommen, sonst nichts", so Müller.


Ende Januar hatte Thorsten Müller das vorerst auf drei Jahre begrenzte Pilotprojekt mit den fahrerlosen Bussen fürs Vogtland angekündigt. Der vogtländische Zweckverband wollte dabei von einer Förderrichtlinie profitieren, die das Bundesverkehrsministerium kurz zuvor herausgegeben hatte. Wie viel das Projekt kostet und mit wie viel Förderung die Vogtländer dabei rechnen, ist bis dato nicht bekannt - lediglich seit gestern, dass der Verband einen neuen Anlauf starten muss. Thorsten Müller: "Für den zweiten Aufruf gilt der 30. Juni als Einsendeschluss." Erst wenn die Projektskizze abgenickt ist, kann der Verband den eigentlichen Fördermittelantrag stellen.

Bevor der vogtländische Verkehrsverband einen neuen Entwurf ausarbeiten lässt, muss er herausfinden, wo es beim ersten gehakt hat. Dabei zählt Müller auf die Kontakte, über die jenes Berliner Büro verfügt, das ihm die abgelehnte Projektskizze erarbeitet hat. "Das Büro hat für mehrere Auftraggeber gleichzeitig Entwürfe produziert, davon sind einige vom Bundesverkehrsministerium positiv beschieden worden", erklärt Müller. Die Frage ist also, wo der entscheidende Unterschied lag.

Thorsten Müller gibt zu, nicht mit der Absage gerechnet zu haben. "Ja, uns hat das alle überrascht." Und: Etwa 15.000 Euro seien mittlerweile in den Plan geflossen. Eine Anfrage von "Freie Presse" beim Bundesverkehrsministerium nach den Gründen für die Ablehnung, blieb gestern unbeantwortet.

Die Begeisterung für das Projekt sei jedoch ungebrochen und in der Zwischenzeit eine vogtländische Delegation im eidgenössischen Sitten zu Besuch gewesen, fährt Müller fort. Dort fahren seit 2016 fahrerlose Busse des Herstellers Navya.

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