Chef-Verbraucherschützerin bekommt Erpresser-Mail

Man habe heimlich ein delikates Video von ihr aufgenommen und werde dies veröffentlichen, wenn sie nicht zahle - diese Nachricht bekam Heike Teubner. Sie kann darüber lachen, andere dürften ins Schwitzen kommen.

Auerbach.

Der Absender klang nicht gerade vertrauenswürdig: Ein "Anonymer Hacker" hat vergangene Woche eine bemerkenswerte E-Mail an eine interne Adresse der Auerbacher Verbraucherzentrale gesandt. Chefin Heike Teubner las staunend, man habe sie während des Besuchs einer Porno-Seite "beim Masturbieren aufgenommen", sie sei "sehr pervers". Und wenn sie nicht innerhalb von 48 Stunden 2000 Euro in der Internet-Währung Bitcoin zahle, werde das Video an alle ihre Freunde und Bekannten geschickt.

Das Frauen-Team in der Zentrale habe das Ganze "spaßig" gefunden, so Heike Teubner gegenüber der "Freien Presse": "Aber für Leute, die tatsächlich solche Seiten besuchen, ist das Ganze natürlich bedrohlich und beängstigend."


Sie vermutet, dass in den vergangenen Tagen Tausende Vogtländer solche Erpressungs-E-Mails bekommen haben, und Hunderte würden wohl aus Angst und Scham zahlen. Dabei zeige die E-Mail an die Verbraucherzentrale, dass die Erpresser offenbar einfach auf den Busch klopften und ihre Drohungen an sämtliche ihnen bekannten Adressen schickten. Wobei es sich bei der angeschriebenen Adresse der Auerbacher Verbraucherschützer wie erwähnt um eine interne handelte, die gar nicht öffentlich bekannt sei. "Wie die Kriminellen da rangekommen sind, wissen wir nicht", sagt Heike Teubner. Und mahnt: "Auf keinen Fall zahlen!" Generell rate man bei solchen Vorkommnissen zur Anzeige, auch wenn es am Ende meist wenig bringe.

Übrigens ist die Geschichte nach der ersten "Kontaktaufnahme" des "anonymen Hackers" noch nicht vorbei: Zwei Tage nach der ersten Erpresser-Mail flatterte ins Postfach der Auerbacher Verbraucherschützer eine zweite Nachricht. "Sie können die Polizei einschalten, aber niemand wird Ihnen helfen können", lautete die entmutigende Anschluss-Botschaft. "Wenn Sie versuchen, mich zu verarschen, werde ich das bemerken!" Es folgt ein Wechsel vom Sie zum Du: "Ich lebe nicht in deinem Land." Deshalb könne man den Absender "auch in neun Monaten nicht finden". Einen praktischen Tipp gibt es auch noch: Wenn der Angeschriebene nicht wisse, wie man Bitcoins überweist, solle er das doch googeln. Es folgt ein abschließender "Gruß": "Bis bald. Denken Sie an die Schande und dass Sie ruiniert werden können."

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass die Verbraucherzentrale selbst Post von den Neppern, Betrügern und Bauernfängern bekam, vor denen sie die Vogtländer seit über 20 Jahren warnt. Trotzdem wundere man sich immer wieder über den Einfallsreichtum der Kriminellen - und die Gutgläubigkeit mancher Verbraucher, meint Heike Teubner.

Bewertung des Artikels: Ø 3.2 Sterne bei 6 Bewertungen
6Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 1
    1
    HHCL
    14.08.2019

    @Pixelghost: Ich bin nicht der Ansicht, dass die FP alles falsch macht; sonst hätte ich sie wohl kaum abonniert. Wenn ich allerdings einen Artikel für kritikwürdig halte, sage ich das. (Was mir hier nicht gefällt, habe ich unten begründet. Haben Sie dazu eine sachliche Anmerkung oder nur ad hominem Geblubber?)

    Man möge es doch besser machen oder die Klappe halten, ist ein ziemlich dreistes Totschlagargument; sonst gar nichts. Erwarten Sie bitte nicht, dass ich mich daran orientiere.

    Sie kritisieren hier auch zahlreich. Soll ich Ihnen dann demnächst auch immer empfehlen die Tastatur beiseite zu legen und es statt dessen besser zu machen?

  • 2
    2
    Pixelghost
    14.08.2019

    @Hinterfragt, „Lieschen Müller“ rennt auch nicht zur Zeitung. Deshalb weiß die Presse nichts von der Mail an „Lieschen Müller“.

    Das geht schon länger.

    @FP, in den Augen mancher Leser macht ihr immer alles falsch. Egal was und wie ihr es schreibt.
    Ladet doch diese Leser mal zum Artikelschreiben ein.

  • 8
    1
    HHCL
    13.08.2019

    Ja, informieren sollte man tatsächlich, aber die Beschreibung des Vorgangs ist so unbeholfen und naiv, dass das einzige was übrigbleibt wirklich nur ist: Nicht zahlen. Ansonsten geht der Informationsgehalt gegen Null.

    Allein die Vorstellung, dass da tausende Vogtländer quasi zeitnah eine Mail erhalten haben sollen, zeigt, dass man das Internet nicht verstanden hat. Ebenso spricht auch die Verwunderung darüber, dass man eine "interne" Adresse genutzt hat, nicht dafür, dass man die Handlungsweise der Erpresser verstanden hat. Kein Wort darüber mit welchen Methoden solche Daten wirklich abgegriffen werden.

    Keine wirkliche Aufklärung also, sondern eine sehr flache Erzählung aus dem Sommerloch. Der Aufhänger und das wichtigste am Artikel scheint tatsächlich die "Chefin" zu sein. Völlig unerheblich in diesem Zusammenhang, da sich die Erpressung nicht auf deren Tätigkeit bezieht.

  • 4
    18
    Hinterfragt
    13.08.2019

    "...das regelmäßig vor solchen Betrügereien gewarnt wird..."

    Mag ja sein, dann aber allgfemein gehalten.
    Wenn es "Lischen Müller" erwischt hääte, dann hätte kein Hahn grkräht.

    Aber bei der Chef-Verbraucherschützerin ist das einen riesen Aufmacher wert ...

  • 23
    3
    lothaar
    13.08.2019

    @Hinterfragt:...und trotzdem finde ich es gut das regelmäßig vor solchen Betrügereien gewarnt wird, es fallen ja immer wieder Leute darauf rein. Das Gleiche gilt für den Enkeltrick etc.

  • 4
    11
    Hinterfragt
    13.08.2019

    Hilfe, welch Neuigkeiten.

    Diese Mails gehen schon seit Monaten durch's Netzt.
    Darüber wurde schon im letzten Jahr in Fachmedien und der Klatschpresse berichtet.
    Löschen und Gut!



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...