Chefarzt der Gynäkologie verabschiedet

Mehr als vier Jahrzehnte hat Wolfgang Hessel am Klinikum Obergöltzsch gearbeitet. Und es ist längst noch nicht Schluss.

Rodewisch.

Eigentlich ist Wolfgang Hessel (66) noch bis 31. März Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Obergöltzsch - feierlich verabschiedet wurde er vorfristig am Montag. Der Versammlungsraum fasste kaum die vielen aktuellen und ehemaligen Weggefährten, die den promovierten Mediziner an diesem Tag ehren wollten. Kein Wunder, schließlich kann Hessel auf 42 Arbeitsjahre im Krankenhaus zurückblicken. Auch nach dem 1. April will er dem Haus die Treue halten und den Patienten mit Sprechstunden und Operationen zur Verfügung stehen. Dann allerdings ohne die Bürde des Chefarzt-Postens, der nach seinen Worten zum "Riesenanteil aus administrativen Aufgaben" besteht: "Also nicht den Dingen, wegen denen man mal Arzt geworden ist." Sein Nachfolger wird der bisherige Oberarzt Jirí Pomyje (46).

Bereits im letzten Jahr seines Medizinstudiums kam Hessel 1977 samt kleiner Familie von Leipzig ins Vogtland. Erste Station war das damalige Krankenhaus Mühlgrün (heute Vitalhaus), zu dieser Zeit eine Außenstelle von Obergöltzsch. Schon dort arbeitete er mit der heutigen Oberärztin Sabine Groth zusammen, die in ihrer sehr persönlichen Laudatio die gemeinsamen Arbeits-Jahrzehnte, vor allem im OP-Saal, Revue passieren ließ. Sie lobte auch das große handwerkliche Geschick Hessels, der vor dem Medizinstudium eine Lehre als Feinmechaniker absolviert hatte.

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Mehrere Redner hoben die Rolle Hessels beim Aufbau des Brustzentrums hervor, das zum "Aushängeschild des Klinikums" geworden sei. Es war 2005 unter Federführung des damaligen Chefs von Klinikum und Gynäkologie, Günter Tilch, gegründet worden. 2011 hatte Hessel die Leitung der Gynäkologie von Tilch übernommen. "Er war mein Ziehvater", so Hessel über seinen großen Vorgänger. In seiner Ansprache zählte er sich selbst wegen der langen Zeit in Obergöltzsch zu den "Exoten" - heutzutage arbeite kein Mediziner mehr solange am selben Ort. Er erinnerte an Material-Engpässe und den früher auch im Krankenhaus allgegenwärtigen Zigaretten-Qualm. Und an die Zeiten, als in Rodewisch noch 1300 Geburten jährlich verzeichnet wurden - heute sind es rund 700. "Jeder sollte erkennen: In der Medizin geht es nicht um abrechenbare Fälle, sondern um konkrete, verletzliche Menschen", so Hessels Schluss-Credo.

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