Christina Stürmer rockt Industriegebiet

Weit über 4000 Gäste haben den 20. Geburtstag von Hetzner Online in Siebenhitz mitgefeiert und die österreichische Sängerin hautnah erlebt.

Falkenstein.

Vier Stunden stehen die Heymanns schon auf dem gemähten Feld: Mutter, Vater, zwei Töchter. Begreifen können sie es auch dann noch nicht. "Wir hätten nie gedacht, dass wir so was mal fast vor unserer Haustür haben würden", sagte Carina Heymann (35). Auf das Konzert mit Christina Stürmer am Freitagabend bei Hetzner Online im Gewerbegebiet Siebenhitz freuten sich vor allem Nina (10) und Chiara (11). Sie sind das, was man eingefleischte Fans nennt. Nach den ersten Titeln der österreichischen Sängerin war auch die Mutter endgültig überzeugt und meinte: "Heute Abend geht die ganze Familie als Fans heim."

Das Großereignis unter dem Motto "Willkommen im Internet" war krönender Abschluss einer Firmengeburtstagsfeier. Vor 20 Jahren ging Hetzner Online an den Start, seit 2009 ist der Internetdienstleister mit seinem Datacenterpark im Industriegebiet in Falkenstein-Siebenhitz vertreten. Mittlerweile ist dies der größte Hetzner-Standort mit 110 Mitarbeitern. Gut die Hälfte war zur Feier eingebunden. Los ging es schon am Nachmittag. Das Familienfest auf dem 10.000 Quadratmeter großen Areal war geladenen Gästen vorbehalten. Der Knaller folgte am Abend - mit weit über 4000 Besuchern, die Christina Stürmer kostenlos erleben durften. Fahrzeugkennzeichen auf dem nicht weniger riesigen Nachbarfeld deuteten mitunter auf lange Anreisewege hin.

Den Konzertauftakt übernahm die Vorband Benaja aus dem hessischen Hüttenberg. Kurz nach 21 Uhr stand schließlich Christina Stürmer auf der Bühne und schöpfte drei Stunden lang aus verschiedenen Alben. Ihre Hits wie "Wir leben den Moment" bekamen ihre Gäste unter anderem zu hören, "Du fehlst hier" und natürlich "Millionen Lichter".

Textsicherheit beim Mitsingen legten nicht nur die Heymann-Töchter an den Tag. Auch Lara Hilber und Susan Fischer gerieten nie ins Stocken. "Wir haben alle ihre CDs", erklärten die Freundinnen aus Auerbach. "Das Mädel macht richtig guten rockigen Pop." Auch die soziale Dimension kam an: "Man trifft Leute, die man lange nicht gesehen hat. Hier könnten öfter größere Konzerte stattfinden. Die Bedingungen sind ideal." Dass sie beim Einlass viel Geduld mitbringen mussten, störte nicht. "Strenge Kontrollen sind wichtig", sagten Lara Hilber und Susan Fischer. "Die Firma hat sehr viel in unsere Sicherheit investiert."

Für Hetzner Online war es die erste Veranstaltung dieser Größenordnung. Das Fazit fiel positiv aus. "Soweit hat alles geklappt", sagte Vertriebsleiter Arno Pirner. Dabei stellte das Konzert seine Organisatoren vor mehrere Herausforderungen. Alles zu überblicken sei anfangs am schwierigsten gewesen, erklärte Andreas Fischer vom Marketing-Team. "Einen Kompromiss zu finden zwischen 'Wir laden alle ein' und ,Wir müssen das begrenzen'' hat viel Zeit gekostet." Aus Sicherheitsgründen war die maximale Gästezahl im Vorfeld auf 7000 beschränkt worden.


Erfolg ohne Plan B

Ein Glückslos gezogen hatten Gäste und Gastgeber beim Wetter. Allerdings bescherten die Unwetterfronten der Nacht zuvor zusätzliche Arbeit. Ein Teil der Bühne musste aufgrund der Windböen zurück- und am Konzerttag wieder aufgebaut werden. Einen Plan B habe es nicht gegeben, sagte Arno Pirner (Foto). "Wir hätten das so durchziehen müssen." Oder abbrechen.

In punkto Sicherheit zog der Veranstalter alle Register. Etwa 50 Sicherheitsleute zeigten Präsenz, außerdem Ordner, Feuerwehr, DRK und ein Krisenstab. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehörten Körperchecks, im Zweifelsfall Fahrzeug- und Taschenkontrollen. Kameras für Privatfotos waren auf dem Gelände genauso tabu wie Glasflaschen und größere Taschen. Fahrzeugsperren schirmten Fußgänger von der Zufahrtsstraße ab.

Einen ruhigen Abend bestätigte Andy Feig, Einsatz- und Rettungsdienstleiter der DRK-Rettungsdienst Göltzschtal gGmbH. Mit insgesamt 29 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen waren die Rotkreuz-Ortsverbände Falkenstein und Lengenfeld sowie die Wasserwacht Brunn vor Ort.

Gegner der Hochspannungsleitung zwischen Falkenstein und Markneukirchen nutzten die Doppelveranstaltung für ihren Protest. Mit einem Schild an der Abfahrt von der Bundesstraße 169 zum Firmengelände kritisierten sie die geplante Aufstockung auf 110 kV. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Internetdienstleisters befindet sich das Umspannwerk Dorfstadt als Knotenpunkt des Stromnetzes im Vogtland - bei der Ansiedelung von Hetzner ein wesentlicher Punkt. (dien)

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