Christus-Kirchspiel startet mit Gottesdienst analog und digital

Seit 1. Januar arbeiten neun Kirchgemeinden im Raum Auerbach zusammen. Am Sonntag wird der Schritt offiziell vollzogen. Er fällt kleiner aus als gewünscht, aber dafür zeitgemäß.

Auerbach.

Ein Festgottesdienst in der St. Laurentiuskirche Auerbach hätte es sein sollen, mit dem die evangelischen Christen ins neue Christus-Kirchspiel starten wollten. Doch der Vorbereitungskreis hat unter den gegebenen Umständen rechtzeitig umgeplant: Statt einer Großveranstaltung werden Gottesdienste in zulässiger Form in allen Gemeinden gefeiert. Die sollen dafür durch vorproduzierte Videoeinspiele zum Erlebnis für alle werden.

"Wir haben uns im Herbst entschlossen, auf die sichere Variante zu setzen", sagt Pfarramtsleiter Johannes Kaufmann. Der Rebesgrüner Pfarrer leitete das Vorbereitungsteam. "So seltsam es klingt: Aber die Einschränkungen seit Beginn der Pandemie haben uns in die Hände gespielt", ergänzt Ulrich Meier. "In unseren Gemeinden gibt es viele kreative Leute, die sich auch in der digitalen Welt auskennen. Deren Potenzial war plötzlich gefragt, das können wir nun nutzen", sagt der Auerbacher Kirchenmusikdirektor.

An den Videoelementen des Gottesdienstes haben viele Gemeindeglieder mitwirkt; hauptamtliche Mitarbeiter und Ehrenamtler. So wurde die Predigt von Pfarrer Kaufmann vorab aufgezeichnet. Auch die Einsegnungshandlung, mit der Superintendentin Ulrike Weyer den Pfarrer zum neuen Pfarramtsleiter bestellt, ist vorproduziert worden. "Linda Martin-König oder Dirk Meinel möchte ich stellvertretend für die Helfer des Online-Teams nennen", sagt Meier anerkennend.

Auch der Kirchenmusikdirektor und seine Kantoren-Kollegen sowie Musiker und Sängerinnen aus den Gemeinden gestalten den Auftakt-Gottesdienst mit: An dem von Ulrich Meier samt Familie eingespielten Kirchenlied "Jesus ist kommen" konnten sich Musiker aus allen Kirchgemeinden beteiligen. Über 50 haben mitgemacht, aus ihren Bild- und Tonspuren wurde ein Musikvideo produziert.

Zudem hat der Kirchenmusikdirektor ein Lied vertont, dessen Text Auerbachs Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler extra für den Start des Kirchspiels geschrieben hat: "Unterwegs im Auftrag des Herrn" ist sein Titel und wurde unter Corona-Beschränkungen im Tonstudio in der St.-Laurentiuskirche produziert. "Das erfolgte streng getrennt, symbolisiert aber, wofür das Kirchspiel steht: Viele arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin", findet Ulrich Meier.

Der Online-Gottesdienst zum Start des Christus-Kirchspiels kann am Sonntag ab 9.30 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Kirchgemeinde Rebesgrün/Reumtengrün abgerufen werden. Zum Kanal führt der Kurzlink www.freiepresse.de/kirchspiel


Neun Kirchgemeinden mit fast 11.000 Gemeindegliedern

Das Christus-Kirchspiel im Vogtland - so die offizielle Bezeichnung - vereint neun Kirchgemeinden: Auerbach, Treuen, Lengenfeld, Rodewisch, Plohn/Röthenbach, Rebesgrün/ Reumtengrün, Schnarrtanne/Vogelsgrün, Rothenkirchen/Wernesgrün sowie Waldkirchen/Irfersgrün.

Fast 11.000 Gemeindeglieder hat das Kirchspiel, das vor allem organisatorische Aufgaben erfüllt. Pfarramtsleiter ist Johannes Kaufmann, Pfarrer in Rebesgrün/Reumtengrün.

Kantoren, Erzieherinnen, Verwaltungsangestellte - etwa 70 Mitarbeitende sind beim Kirchspiel angestellt.

Offizieller Sitz der gemeinsamen Verwaltung ist Auerbach. Mangels geeigneter Räumlichkeiten dort ist das gemeinsame Pfarramt noch in Treuen konzentriert; in den Kirchgemeinden werden Sprechzeiten angeboten.

Die Strukturveränderung war 2019 zwischen den Kirchgemeinden verabredet worden. Vorausgegangen war 2020 die Bildung des Kirchenbezirks Vogtland aus den Kirchenbezirken Auerbach und Plauen. (how)

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