Corona in Ellefelder Pflegeheim - Versorgung der Patienten bedroht

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Über 30 Mitarbeiter und Patienten sind positiv getestet. Von den Behörden fühlen sich die Betreiber bisher komplett allein gelassen. Noch offen ist, ob das Heim evakuiert wird.

Ellefeld.

Im Ellefelder Pflegeheim Anne-Katrin Frank gibt es einen großen Corona-Ausbruch, zahlreiche Mitarbeiter und Patienten sind positiv getestet. Die Betreiber-Familie Frank hat nach eigenen Angaben bereits am Freitag die Behörden informiert - doch von keiner Seite habe man bisher Hilfe bekommen. Nach ihren Angaben sind inzwischen 10 von 15 Mitarbeitern im stationären Bereich sowie 12 der aktuell 31 Heimbewohner positiv getestet worden. Vier weitere Bewohner mussten demnach bereits ins Krankenhaus gebracht werden. Außerdem sind auch sechs von acht Mitarbeitern im ambulanten Bereich laut Test infiziert und fallen aus, wodurch die Versorgung von 39 Patienten in Wohnungen gefährdet ist.

Am Donnerstag soll es demnach eine Krisen-Telefonkonferenz mit Gesundheitsamt, Heimaufsicht und weiteren Beteiligten geben. Es drohe eine komplette Evakuierung des Heimes, "oder die Bundeswehr hilft". Allerdings müsste man diese Hilfe dann selbst finanzieren, so die Betreiber. Noch versuche man, die Einrichtung mit den verbliebenen Kräften am Laufen zu halten: "Die Nerven liegen blank."

Nach Auskunft des Gesundheitsamtes sind im Zusammenhang mit dem Ellefelder Ausbruch alle Kontaktpersonen getestet worden, die Ergebnisse stünden noch aus, sagte Landkreissprecher Uwe Heinl am Mittwoch. Wer engen Kontakt zu einem Infizierten hatte, sei zudem in häusliche Isolation geschickt worden. Wie viele Personen von der Quarantäne betroffen sind, konnte Heinl zunächst nicht sagen.

Um die angespannte Situation hinsichtlich des Pflegepersonals abzufedern, hat der Landkreis einen Aufruf gestartet. Dieser bezieht sich nicht nur auf den aktuellen Fall in Ellefeld, sondern allgemein auf die Pflege im Vogtland: "Gesucht werden händeringend Freiwillige, die einfache Aufgaben im Pflege- und Betreuungsbereich übernehmen, wie Alltagsbegleiter, Hauswirtschaftshilfen und Pflegehilfskräfte", heißt es. Das Personal arbeite mittlerweile am Limit. Oftmals stehe in ambulanten wie in stationären Bereichen nur ein Bruchteil der benötigten Pflegerinnen und Pfleger zur Verfügung. Die Freiwilligen könnten helfen, Pflegedienste zu entlasten, so Kreissprecher Heinl. Die Vermittlung der Helfer übernimmt das Pflegenetzwerk des Vogtlandkreises.

Wer Interesse hat, zu helfen, kann sich bei der Koordinatorin Vanessa Granetzny unter Ruf 03741 3001503 oder via E-Mail melden: granetzny.vanessa@vogtlandkreis.de.

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