Debatte um Auerbachs Neumarkt

Die SPD Göltzschtal macht sich Gedanken über die Zustände am Auerbacher Neumarkt. Ihr Standpunkt: Wer Anzeige erstattet, muss auch als Zeuge auftreten.

Auerbach.

Seit Jahren ist der Auerbacher Neumarkt Treffpunkt für trinkfeste Gesellen. Es wird dort allerdings nicht "nur" jede Menge und oft lautstark Alkohol konsumiert, sondern auch gepöbelt, öffentlich uriniert, aufeinander losgegangen und das eine oder andere Graffiti hinterlassen. Anwohner und betroffene Unternehmer gehen seit Wochen dagegen auf die Barrikaden - auch gegen das Verhalten der Stadt. Denn man fühlt sich allein gelassen, nicht richtig ernst genommen. Zur jüngsten Zusammenkunft bezog der SPD-Ortsverein Göltzschtal zu dem öffentlichen Ärgernis Stellung. Er meint: Wer Anzeige erstatte, müsse auch bereit sein, als Zeuge auszusagen. Also klar zu seiner Position stehen. Diese Bereitschaft wird vermisst.

Zwischenfälle im Zusammenhang mit der Auerbacher Trinkerszene gehören fast zum Alltag. Und Anzeigen habe es sehr wohl gegeben, betonten die Sozialdemokraten. Das war seitens der Stadt zunächst verneint worden. Allerdings gingen bei der Polizei mehrere davon ein - wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Beleidigung. Auch Platzverweise wurden ausgesprochen.

Kürzlich sind im Stadtrat zwei mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert worden: Alkoholverbot und Videoüberwachung. Ersteres sorgt bei den Göltzschtal-Sozialdemokraten für gemischte Gefühle. Weil das, falls durchgesetzt, auch die Falschen treffen würde. Unter anderem ihren Vizevorsitzender Ralf Krauß. Er betreibt einen Imbiss mit Freiluft-Sitzplätzen am Neumarkt und schenkt Alkohol aus.

"Wenn ein solches Alkoholverbot tatsächlich kommt, dann habe ich ein Problem", sagte Krauß. Zumal die Zechbrüder dem Unternehmer zufolge ohnehin nicht bei ihm kaufen, sondern ihre Getränke mitbringen würden. Er wünschte sich mehr Unterstützung seitens der Stadt und Gesetzeshüter. "Nur ist halt Polizei nirgendwo mehr präsent", schaltete sich Winfried Lenk ein.

An die Mitarbeiterinnen im Auerbacher Ordnungsamt will man keine Vorwürfe richten. "Die machen eine feine Arbeit", sagte SPD-Fraktionschef Friedrich Fuchs. "Sie haben aber nicht das letzte Wort." Vom Ausscheiden des Noch-Amtsleiters Frank Berger erhoffen sie sich eine Besserung der Lage. "Die Neue wird von uns den Auftrag bekommen, das zu klären. Sie ist Volljuristin", erklärte Franz Hornung. Wie einige andere bezweifelte er allerdings auch, dass aktuell tatsächlich eine gesetzliche Handhabe besteht. "Solange kein rechtlich relevantes Vergehen vorliegt, ist das ganz schwierig."

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