Den flinken Nadeln von Auerbach gehen die Helfer aus

Der Kreativzirkel will in diesem Jahr bei seiner Suche nach neuen Mitstreitern auch angehende Altenpfleger aus Vietnam ansprechen.

Auerbach.

Vor 13 Jahren hat die "Flinke Nadel" das Licht der Welt erblickt. Seitdem sitzen einmal pro Monat maximal 17 Frauen an einem runden Kreativzirkel-Tisch im Auerbacher Familien- und Begegnungszentrum. Bei Kaffee, Kuchen, Schwätzchen und ernsthaften Gesprächen wird gestrickt, gehäkelt und gesteppt. Wie man zu mehr Mitstreitern kommt, war auch beim ersten Treffen im neuen Jahr Thema in der kleinen Runde.

Die älteste Frau ist über 80 Jahre, die jüngste 28. Noch jüngere zu begeistern, sei ganz schwierig bis unmöglich, sagte Zirkel-Leiterin Jutta Staudt. Zumindest für länger als eine Stunde. Beim Auerbacher Familientag, an dem sich der Zirkel jedes Jahr beteiligt, fehlt es für gewöhnlich nicht an Zuspruch und Interesse. "Fingerstricken kommt bei Kindern und Jugendlichen gut an", weiß Jutta Staudt. Wie so oft sprach der Zirkel auch im vergangenen Jahr wieder Einladungen ins Begegnungszentrum aus. "Wir saßen hier, aber es kam keiner vorbei. Das hat uns schon enttäuscht." Dabei versuchen die Frauen, auf Ansprüche junger Menschen einzugehen. "Wir wollten zum Beispiel Handys einstricken", erzählt Staudt. Aber auch das scheint nicht zu ziehen. Dabei sind die Treffen zwanglos. Manchmal stehen Fachvorträge zu aktuellen Themen und Ausflüge im Programm. Wer keine Ahnung von Handarbeit hat, wird angelernt. Jetzt wollen die Frauen ihre Fühler in Richtung Auerbacher Arbeiterwohlfahrt ausstrecken. Dort lassen sich seit einem knappen halben Jahr 13 junge Erwachsene aus Vietnam zu Altenpflegern ausbilden. "Vielleicht können wir sie bei uns integrieren", sagt Jutta Staudt vorsichtig hoffnungsvoll. Erste Kontakte dorthin sind schon geknüpft worden.

Verstärkung können die "flinken Nadeln" immer gebrauchen. Denn auch in diesem Jahr haben sie sich etliches vorgenommen. Für das Falkensteiner Hospiz werden wieder Strümpfe gestrickt, ein Kindergarten erhält Puppenkleidung. Brustkrebspatientinnen im Rodewischer Klinikum Obergöltzsch versorgen die Frauen wieder mit hunderten Herzkissen. Manche Projekte sind längst zur Tradition geworden. Allein im vergangenen Jahr schufen die Frauen auf diese Weise einen Wert von 720 Euro. Etwa 120 gesteppte Beutel aus weißer Bettwäsche sind noch aus dem Vorjahr übrig. Was beim Familientag nicht von Besuchern bemalt wurde, wird den Grundstock für ein neues Projekt bilden. Ende Juni schließen sich die katholischen Pfarreien Falkenstein, Auerbach und Reichenbach zur Christophorus-Gemeinde zusammen.

Bis zur Festveranstaltung in Auerbach wollen die Zirkel-Mitglieder 300 Stück steppen und mit dem Abbild des Heiligen Christophorus bedrucken lassen. "Jede Gemeinde soll einen Beitrag leisten", sagte Jutta Staudt. Ihr Werk wird Nachhaltigkeit zur Botschaft machen.

Der Kreativzirkel "Flinke Nadel" trifft sich das nächste Mal am 25. März von 15 bis 17 Uhr wieder im Auerbacher Familien- und Begegnungszentrum (Andreas Schubert-Straße 19). Anmeldungen über Telefon 03744 183780 oder 01577 3022011.


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