Der Gewerbeverein sieht rot

Aber nur bei den Hüten. Denn beim Herbstball wurde gefeiert. Dazu hat der Rodewischer Verein auch allen Grund. Die Mitgliederzahlen steigen. Für die Wiederbelebung der Innenstadt gibt es positive Signale.

Rodewisch.

Ausnahmsweise ließen am Samstagabend die Männer und auch die Frauen beim Besuch des Herbstballs im Rodewischer Ratskeller ihre Hüte auf dem Kopf, denn eine Jury wollte den schönsten, den komischsten und den größten Hut auswählen und prämieren. Gewonnen hat Nancy Mädler. Sie trug einen roten und noch dazu den größten Hut auf dem Kopf. Das war einfach für die Jury. Auch das Auswählen des komischsten Hutes fiel leicht. Manuela Rauch, deren Kopf ein aufgeklappter Schirm zierte, machte das Rennen.

Beim schönsten Hut war die Entscheidung schon etwas schwieriger, räumte Gewerbevereinschef Holger Liebold ein. Schließlich fiel die Wahl auf eine rote Kopfbedeckung von Annett Conrad. Die Männer gingen bei der Prämierung leer aus. Sie trugen größtenteils wenig preisverdächtige schwarze Zylinder oder Melonen. Die siegreichen Damen waren vom Gewerbeverein mit einem Begleiter ihrer Wahl zum Cocktailtrinken an die Bar eingeladen.

Die Herbstbälle des Gewerbevereins sind immer gut besucht. Dieses Jahr feierten 80 Gäste. Das entspricht in etwa der Mitgliederzahl des Gewerbevereins. "Es sind aber nicht nur Vereinsmitglieder gekommen. Unsere Veranstaltung ist offen für alle", so Liebold. Die Zahl 80 ist trotzdem wichtig, denn dahinter steckt ein Zuwachs an Mitgliedern von zehn in den letzten drei Jahren. Überhaupt sieht sich der Gewerbeverein auf einem aufstrebenden Ast. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich das Gewerbe in Rodewisch nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Innenstadt wieder positiv entwickelt", so Liebold. Nach etlichen Geschäftsschließungen in der Einkaufsstraße, darunter Bäcker, Fleischer, Fischgeschäft sowie einem Obst- und Gemüsegeschäft, habe es in der jüngsten Vergangenheit bereits Bekundungen von Geschäftsleuten gegeben, wieder einen Laden eröffnen zu wollen. Der Gewerbevereinschef befürwortet die Initiative der Stadt, verstärkt Markttage mit einem breiten Angebot zu etablieren. Das könne zumindest den Wegfall einiger Geschäfte ausgleichen und belebe zusätzlich die Innenstadt. Gleiches erhofft sich Liebold auch vom Bau des neuen Kindergartens hinter dem Postplatz. Der Standort sei zentrumsnah, Parkplätze gebe es ebenfalls ausreichend, sodass Geschäftsleute auf zusätzlichen Umsatz durch Eltern hoffen. Doch nicht nur von der Belebung durch Kunden könnte die Stadt profitieren. "Es wäre schon Klasse, wenn auch die Mitglieder des Gewerbevereins die Geschäfte der Stadt nutzen", wünscht sich Liebold.

Neben der guten Zusammenarbeit zwischen Gewerbeverein und Stadt, die der Vereinschef als "genial" bezeichnet, sei auch das Klima innerhalb des Vereins angetan, das Miteinander in der Stadt zu beflügeln. Bei der Mitgliedschaft im Verein gehe es nicht darum, die Geschäftstätigkeit anzukurbeln, sondern sich gut zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Ein sehr gut angenommener erster Vereinsstammtisch in diesem Jahr, an dem sich 35 Vereine aus Rodewisch beteiligten, sei dafür ebenso Beispiel, wie das gelungene Mittsommerfest in Verbindung mit einem Kinderfest. Für beide Veranstaltungen soll es 2020 Neuauflagen geben.

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