Die Tierschützer schlagen Alarm

In der Falkensteiner Auffangstation herrschen unzumutbare Zustände. Davon haben sich jetzt viele Bürgermeister überzeugt.

Falkenstein.

Ist das müffelnde Plumpsklo am schlimmsten oder doch die Badewanne, in der Kaffeetassen ebenso gespült werden müssen wie Katzenklos? Claudia Wuschek (31), neue Chefin des Tierschutzvereins Auerbach und Umgebung, und ihre Mitstreiterin Ines Pfeiffer (44) sind da uneins. Einig sind sich die Frauen darüber, dass die Zustände in der Tierauffangstation Louis-Müller-Straße 30 in Falkenstein längst nicht mehr zumutbar sind. "Entweder es tut sich was - oder ich mache zu. So habe ich das den Bürgermeistern auch gesagt", berichtet Claudia Wuschek. Diese Woche hatte sie die Oberhäupter aller Kommunen in die Station eingeladen, für die der Verein sich um Fundtiere kümmert. Dazu zählen außer Auerbach, Falkenstein, Ellefeld und Rodewisch auch Grünbach, Neustadt, Bergen, Werda, Steinberg, Muldenhammer und Crinitzberg. Viele hätten das Haus zum ersten Mal gesehen, und etliche seien "entsetzt" gewesen, schildern die Tierschützerinnen.

Das Gebäude sei kein Tierheim, sondern "ein Katzenhaus, weil hier Katzen hausen", sagt die Vereinschefin. Es steht in einer Häuserzeile, ein Garten gehört nicht dazu. Inzwischen regnet es durchs Dach. Ansonsten gibt es Wasser nur im Erdgeschoss, in der Badewanne. "Das bedeutet, unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, oft älter oder behindert, müssen die Katzenklos und Näpfe durchs ganze Haus hierher schleppen und dann im Knien reinigen", so Claudia Wuschek. "Ich bekomme dabei üble Rückenschmerzen - und ich bin jung." Weder mit normalen Arbeitsbedingungen noch mit Hygiene habe dies etwas zu tun. In diesem Jahr fiel besonders viel Katzenkot an: 70 kleine Kätzchen wurden in der Station abgegeben, deutlich mehr als in den Vorjahren.


Immerhin: Der Bürgermeister-Besuch zeigte Wirkung. Die Tierschützer bekommen Soforthilfe von den Kommunen, um eine Wasserleitung zu finanzieren. Dies bestätigt Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund (CDU): "Das kann ja so nicht weitergehen." Das Haus sei nur als Übergangslösung gedacht gewesen und werde nun schon seit Jahrzehnten genutzt. "Wir müssen Nägel mit Köpfen machen, den Bedarf ermitteln und dann ein neues Objekt finden." Bei der Suche nach Fördermöglichkeiten werde auch der Landtagsabgeordnete Sören Voigt (CDU) helfen.

Die Kommunen (bis auf Werda) haben ihre pauschalen Zahlungen an den Tierschutzverein in diesem Jahr verdoppelt - von 30 auf 60 Cent pro Einwohner. Zur Kostendeckung reicht dies laut Claudia Wuschek trotzdem nicht: "Damit können wir gerade so die Tierarztkosten bezahlen." Man sei weiterhin dringend auf Spenden angewiesen. Gesucht werden auch Helfer, unter anderem für Hausmeisterdienste.

Potenzielle Helfer können sich melden bei Vereinschefin Claudia Wuschek unter der Telefonnummer 0152 38972527.

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