Die Top-Ziele der Landtagskandidaten

Wahlen 2019 Vor dem Forum im Wahlkreis Auerbach/Klingenthal am heutigen Dienstagabend hat die "Freie Presse" Bewerber befragt: Wo setzen sie Prioritäten?

Das Wahlforum für den Wahlkreis Vogtland 3 beginnt am Dienstag, 19 Uhr, im Bistro Awoteria, Eisenbahnstraße 5 in Auerbach. Die von der Landeszentrale für politische Bildung und der "Freien Presse" organisierte Diskussionsrunde mit sechs Direktkandidaten dauert etwa zwei Stunden. Es moderieren: Roland Löffler, Direktor der Landeszentrale, und Susanne Kiwitter, Leiterin der Redaktion Auerbach. Die Auswahl der Themen bestimmt das Publikum, in dem es beim Eintritt Punkte verteilt.

Volkmar Ihle, B90/Grüne

Für den 67-Jährigen ist "Naturschutz Menschenschutz" und mit Blick auf künftige Generationen deshalb verpflichtend. Konkret heißt das für den Ellefelder: "Landwirtschaft ohne Massentierhaltung und Gifte." Energiewende und Klimaschutz beginnen bei dem Elektroingenieur mit Einsparung. Ihle schlägt "regionale Wirtschaftskreisläufe mit minimalem Verpackungs- und Transportanteil" vor. Naturzerstörung durch "Flächenfraß und wirtschaftlichen Wahnsinn" müssten auf ein sinnvolles Maß zurückgeführt, nächtliche Beleuchtungen auf das erforderliche minimiert werden. Beim Thema Wirtschaft setzt Ihle auf regionale, innovative und exportorientierte Kreisläufe. Er fordert einen Hochschulstandort im Vogtland.

Sören Voigt, CDU

Seit dem gestrigen Montag wieder aktuell: Lehrermangel in Sachsen. Der 48-Jährige aus Falkenstein will sich für genügend gut ausgebildete Lehrer, zukunftsorientierte Lehrpläne und Investitionen in moderne Kitas, Schulen und Berufsschulen einsetzen. "So sichern wir die individuelle Zukunft unserer Kinder", sagt der CDU-Mann, der seit 2014 im Landtag sitzt und dort kommunalpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Beim Thema Sicherheit verspricht Voigt mehr Polizei in den Revieren. Streifenpolizisten müssten auf der Straße sichtbar sein, sagt er. Darüber hinaus gelte es, die Zusammenarbeit von Landespolizei, Bundespolizei, Zoll und den Ordnungshütern auf tschechischer Seite zu stärken. "Das bringt zusätzliche Sicherheit für die Menschen vor Ort." Als dritten Schwerpunkt formuliert Voigt den Ärzte- und Pflegenotstand und verweist auf die geplante Landarztquote. In puncto Pflege verspricht er mehr Zeit für diese im Einzelfall und mehr Geld für die Pfleger.

Lutz Hauswald, AfD

Weil die Sicherung der Energieversorgung für den 58-jährigen Techniker ganz oben steht, warnt er vor dem Kohleausstieg. "Nur billige Energie erzeugt Wohlstand", sagt er. Den Klimawandel hält der Treuener "für Panikmache und Lüge", ebenso den Einfluss von CO2 auf das Klima. Mit Blick auf die Wirtschaft in Sachsen warnt Hauswald vor einer Rezession und fordert deshalb den Ausbau der Wirtschaftsförderung für kleine und mittelständische Unternehmen. Für die innere Sicherheit fordert er ein wesentlich dichteres Netz an Polizeirevieren im Vogtland.

Kai Grünler, Linke

Datenschutz, Bürgerrechte und Transparenz. Das sind die Themen des 47-Jährigen aus Plauen. Als IT-Techniker sieht er Probleme beim Speichern von digitalen Daten. Zusätzliche Befugnisse, wie sie durch das neue Polizeigesetz vorgesehen sind, müssten rückgängig gemacht werden. "Das ist ein Überwachungsstaat", sagt Grünler. Die Rechte der Bürger müssten gestärkt werden, auch in puncto Transparenz. Die Mülldebatte im Vogtland habe gezeigt, dass Sachsen analog zu anderen Bundesländern dringend ein Informationsfreiheitsgesetz brauche.

Silvia Wenzel, SPD

Unter dem Slogan "Gute Bildung - ein Leben lang", fordert die Pädagogin kostenfreie Horte und Kitas. Schüler sollten zudem länger gemeinsam lernen können und Berufsschulen Bestand haben. "Arbeitnehmer müssen einen Anspruch auf Bildungsurlaub erhalten", sagt die 55-Jährige. Zweites Thema: "Ich will einen öffentlichen Personennahverkehr, der für jeden erreichbar ist, unabhängig von Wohnort, Wochentag oder Tageszeit." Den Breitbandausbau verknüpft die Auerbacherin mit Ärztemangel im Vogtland: "Ob Telemedizin oder Homeoffice: Wir brauchen endlich schnelle Internetverbindungen in jedem Stadtteil und in jedem Dorf. Dazu sollte es eine verlässliche Zeitplanung geben, wann welcher Haushalt den Anschluss erhält."

Jeremy Ziron, FDP

 Der 19-Jährige hat dieses Jahr Abitur gemacht und will das Bildungssystem reformieren. Er fordert lebensnahe Lehrpläne, mehr Entscheidungshoheit für Schulen und als Fernziel: ein digitales Abitur. Mit Revieren auf Rädern will Ziron die Polizeipräsenz im Vogtland verbessern. "Wir brauchen eine starke, handlungsfähige und top-ausgestattete Polizei, welche die Regeln des Rechtsstaats durchsetzt." Zum Thema Digitalisierung sagt der Jungunternehmer aus Klingenthal: "Wir haben Nachholbedarf bei trivialsten Dingen wie der Netzabdeckung." Bei der Versteigerung neuer Mobilfunklizenzen müsste man deshalb alle Regionen im Blick haben. Ziron will außerdem die "Verwaltungen endlich digitalisieren". Beispiel: Gewerbeanmeldung per App.

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