Drews will "die Vogtländer sehn"

Der einstige "König von Mallorca" hat am Samstag den Wernesgrüner Brauereigutshof gerockt. Vier von 900 Fans konnten ihm vorab persönlich begegnen.

Wernesgrün.

Der 27. Oktober 2018 wird vier Vogtländern ewig in Erinnerung bleiben. Sie saßen und standen Schlagerstar Jürgen Drews bei seinem Livekonzert mit Band am Samstagabend in der Wernesgrüner Biertenne nicht nur zu Füßen. Madlen Steiniger, Manuela Tilgner, Hannelore und Umberto Becker hatten auch noch das Glück, ihn auf ein paar Worte zu treffen. Möglich machte es die Aktion "Meet & Greet" von der "Freie Presse" in Kooperation mit der Wernesgrüner Brauerei.

Zweimal zwei Tickets winkten Aktions-Bewerbern. Dass sie die Glücklichen sein sollten, konnten alle vier beim Treffen vor Konzertbeginn noch nicht richtig begreifen. Jürgen Drews nahm sich fast eine halbe Stunde Zeit für seine Gewinner-Fans. Es schienen sich alte Freunde wiederzusehen: Man plauderte, lachte, kramte im Handy nach Schnappschüssen von früheren Konzertbesuchen und stieß an. Die Gäste mit Sekt, "Alkoholverweigerer" Jürgen Drews wie üblich mit Kaffee im Becher.

Hannelore und Umberto Becker lassen eigenen Worten zufolge kein Drews-Gastspiel in der Region aus. Trotzdem führte sie der Zufall nach Wernesgrün. Denn die Plauener hatten eigentlich andere Pläne, wollten das August-Konzert in Bad Elster besuchen. Bei einer Vorab-Inspektion stellte sich allerdings heraus, dass sich der Ort nicht per Rollstuhl befahren lässt. Und auf den ist Hannelore Becker angewiesen. Spaßeshalber habe sie dann an der Ticket-Verlosung teilgenommen, sagte ihr Mann. Und aus Spaß wurde schnell und völlig unerwartet Ernst. Drews-Fan ist vor allem Hannelore Becker, seitdem sie denken kann. "Ich mag seine Art, er ist natürlich, umgänglich", erzählte sie. "Und offen und ehrlich", ergänzte Umberto Becker.

Für Manuela Tilgner und Madlen Steiniger war das Samstagabend-Treffen nicht das erste. Bereits im Chemnitzer Schloss Klaffenbach ergab sich eine solche Gelegenheit. Auch diesmal hatten beide Konzertkarten besorgt, als am Montag die "Meet & Greet"-Anzeige erschien. Manuela Tilgner startete einen Bewerbungsversuch - mit dem Ergebnis, dass sie vorhandene Tickets an die Eltern weiterreichten. "Das ist nicht die Musikrichtung unserer Männer, deshalb machen wir das hier ohne sie", sagte Madlen Steiniger.

"Es war alles am besten" heißt die Live-Tour, mit der Jürgen Drews am Samstag vor 900 Gästen Station machte. Die Frage, ob er schon mal in Wernesgrün gewesen sei, konnte er auf Anhieb gar nicht beantworten. "Ich trinke kein Bier, aber bestimmt", sagte der Schlagerstar. Er sollte Recht haben. Gutshofmanager Thomas Schopf half auf die Sprünge. Jürgen Drews sei zweimal da gewesen, sagte er. Aber vor längerer Zeit. "Das zwar 2002 und 2003 zur ZDF-Hitparade."

Manche Konzertbesucher sicherten sich vorsichtshalber Tanz- und Stehplätze unmittelbar am Bühnenrand, bevor Drews überhaupt in Erscheinung trat. Den Schalk im Nacken, erkundigte er sich nach den ersten fünf "Irgendwo"-Zeilen: "Könnt Ihr noch?" Na klar doch: Die Antwort war lautstarkes Pfeifen und eine Zugabe-Forderung aus hinteren Sitzreihen. Auf den Stühlen hielt es viele nicht lange. Als vor der Bühne kein Durchkommen mehr war, bildete sich ein Dauer-Stau im Mittelgang. Das "Bett im Kornfeld", "Himbeereis zum Frühstück" und "Barfuß durch den Sommer" erwiesen sich genauso als Zugpferde wie "Wir woll´n die Eisbärn sehn" und das nagelneue "Warum immer ich".

Am Ende ließen Vogtländer und Zugereiste ihren einstigen "König von Mallorca" höchst ungern ziehen. Zugaben brauchte es mehrere, bevor sich das Fanaufgebot halbwegs geschlagen gab.

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