Drogerie: Viele Diebstähle in Plauen

Verluste teils erheblich über dem Firmenschnitt

Plauen.

In der Filiale der Müller-Drogeriekette in Plauen wird zum Teil deutlich mehr gestohlen als in anderen Filialen des Unternehmens. Das teilte eine Sprecherin der Kette jetzt auf Nachfrage mit. In einer Mitteilung heißt es: "Tatsächlich liegen in Plauen die Inventurdifferenzen zum Teil erheblich über dem Firmenschnitt, bedingt durch Beschaffungs- und Bandenkriminalität." Um dagegen zu wirken, finden regelmäßige Diebstahlschulungen statt, so Sprecherin Nadja Gerring. Außerdem setzt das Unternehmen an der Plauener Bahnhofstraße Kaufhausdetektive ein.

Bei einer Gerichtsverhandlung im Plauener Amtsgericht hatten Diebstähle in der Müller-Drogerie vergangene Woche eine Rolle gespielt. Ein 28-Jähriger war wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Der Mann stammt aus Tunesien und lebt in Plauen. Eine Verkäuferin hatte ihn vergangenes Jahr dabei erwischt, wie er Parfüm stahl. Als sie ihn aufforderte, den Duft zurückzustellen, nahm er ihre rechte Hand und zerrte sie an drei Fingern auf die Bahnhofstraße. Die drei Finger brachen, einer blieb krumm und steif.

Richter Wilhelm Gerhards hatte während der Verhandlung mangelnden Diebstahlschutz im Markt kritisiert: "Die teuren Parfüms stehen zum Mitnehmen bereit. Die findet man dann zum Spottpreis im Internet." Auf Nachfrage bestätigte ihm die Verkäuferin, dass monatlich Waren im Wert von vierstelligen Summen verschwinden. Der 28-Jährige ist mehrfach vorbestraft. Vor Gericht war er nackt erschienen, bis auf einen Bettbezug, den er um die Hüften geknotet hatte. Der Richter drohte mit Ordnungshaft, daraufhin zog er sich an. (manu)

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