Drum-Koryphäe macht in Rodewisch Wirbel

Bei einem Workshop mit Andy Gillmann haben am Freitag in der Musikschule selbst gestandene Schlagzeuger einiges gelernt.

Rodewisch.

Anderthalb Stunden können anstrengend sein. Und richtig schön. Beides traf laut Teilnehmer-Urteil für den Schlagzeug-Workshop "Drumclinic" mit Andy Gillmann am Freitagabend in der Musikschule Rodewisch zu. 50 Interessierte hatte der Düsseldorfer Jazzschlagzeuger, Musikpädagoge, Komponist und Autor um sich geschart: Frischlinge, Fortgeschrittene und Fachleute wie Frank Bonitz. Der Musiklehrer im Fach Schlagzeug konnte eigenen Worten zufolge selbst einiges aus dem Zusammentreffen mitnehmen. Andy Gillmann spielte zwar hauptsächlich, erklärte aber auch etliches. Körperhaltung, Spieltechnik und Übungsinhalte zum Beispiel.

Frank Bonitz ist nicht der einzige Schlagzeuger in seiner Familie. Vor sieben Jahren trat sein Sohn Jonathan in die väterlichen Fußstapfen. Den Workshop wollte sich der heute Elfjährige natürlich nicht entgehen lassen. Beide fanden es klasse, dass Andy Gillmann vorbeischaute. "Er ist eine Koryphäe auf dem Gebiet, gerade auch im Ausbildungsbereich", so Frank Bonitz. "Ich mag die Art und Weise, wie er Dinge angeht. Das ist immer wieder inspirierend. Jeder hat seine eigene Note." Spannend fand der 41-jährige Musikschullehrer aus Aue den Perspektivwechsel weg vom Lehrer hin zum Schüler.

Dass Andy Gillmann nach 2015 zum zweiten Mal in Rodewisch einen Workshop gab, ist vor allem Bonitz' Verdienst. Die beiden kennen sich. "Er hat mal bei mir in Düsseldorf studiert", erzählte Gillmann. Das war vor 15 Jahren. Seitdem riss der Kontakt nie ab. "Es gibt immer Punkte, wo man sich trifft", ergänzte Frank Bonitz. "Wir nehmen die Arbeit des jeweils anderen wahr." Andy Gillmann will wieder nach Rodewisch kommen. Weil das Interesse da sei, sagte er. "So viel Resonanz ist schon ungewöhnlich. Gestern in Leipzig waren nur halb so viele Leute dabei."

Maximal 25 Workshops gibt Andy Gillmann pro Jahr. Das Üben stellte der Rheinländer mit Jahrgang 1963 als 30-Jähriger ein. "Seitdem spiele ich mehr", sagte er. Aber was braucht eigentlich ein Schlagzeuger, um sich zu den richtig guten zählen zu können? Zeit und Passion, nannte Gillmann zentrale Kriterien. "Und den Willen, sich dieser Passion für einen längeren Zeitraum hinzugeben." Mit fünf bis sechs Jahren müsse man schon rechnen. Und Talente sollten früh gefördert werden. Aber auch nicht zu früh: "Das ideale Einstiegsalter ist zwischen acht und zehn Jahren."

Schon während seines Schlagzeug-Studiums stand Andy Gillmann neben Harald Schmidt auf der Bühne und begleitete Andy Borg durch die USA. Seitdem war er unter anderem mit Gitte Haenning, Pe Werner und Anne Haigis musikalisch unterwegs. Gillmann unterrichtete parallel dazu als Dozent an Hochschulen, nahm CDs auf und schrieb Fach-Lehrbücher. Das jüngste, im Juli veröffentlichte heißt "77 Groove-Etüden für große und kleine Drumsetstarter" und richtet sich vornehmlich an Einsteiger und Kinder.

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