Echter Kommissar warnt vor falschen Polizisten

Ein Experte für Betrugsdelikte hat in der Verbraucherzentrale vor den fiesen Tricks von Teppichreinigern und Co. gewarnt.

Auerbach/Ellefeld.

Ein Teppich im Wert von 200 Euro wird von einer dubiosen Firma gereinigt, die dafür 2000 Euro verlangt - dieser und etliche ähnliche Betrugsfälle haben zum Kontakt von Kriminalhauptkommissar Olaf Ludwig und der Auerbacher Verbraucherberatung geführt. Er ist im Plauener Revier zuständig für Betrug, ab Herbst hat er Anzeigen gegen die Teppichreiniger bearbeitet, die vorübergehend Räume zum Beispiel am Auerbacher Neumarkt und in Ellefeld angemietet hatten. "Dort sind die vermutlich nie gewesen - die brauchten nur eine Adresse", erklärte der Polizist am Mittwoch am Rande seines Vortrags über "Nepper, Schlepper und Bauernfänger" in den Räumen der Verbraucherzentrale Am Graben. Die "Teppichreiniger" kamen auf Anruf in die Häuser und überrumpelten besonders gern ältere Menschen mit ihrer Masche. "Dabei haben sie die Teppiche oft nicht mal gereinigt, sondern nur nass gemacht", schildert Ludwig seine Erkenntnisse. Inzwischen ist die Truppe offenbar weitergezogen, Aktivitäten im Vogtland seien nicht mehr bekannt.

Zuletzt noch in der Region unterwegs waren laut Ludwig falsche Polizisten, vor denen er die etwa 20 meist älteren Zuhörer in seinem Vortrag warnte. Diese kämen an die Wohnungstür und wiesen darauf hin, dass die Aufbewahrung von Bargeld und Wertgegenständen in den eigenen vier Wänden nicht sicher sei. Zum Glück könnten sie eine Lösung anbieten und würden alles auf ihrer Dienststelle sicher verwahren. "Tatsächlich haben einige Leute diesen falschen ,Beamten' Geld und Schmuck gegeben", schilderte Ludwig, und betonte, dass man sich immer den Dienstausweis zeigen lassen sollte. "Aber wer weiß schon, wie der aussieht - und außerdem kann man Ausweise doch fälschen", so ein Einwurf aus dem Publikum. Olaf Ludwig verwies auf die Möglichkeit eines Rückrufs im zuständigen Polizeirevier, wo man sich die "Echtheit" der vermeintlichen Beamten an der Haustür bestätigen lassen könne.

Ein Dauerbrenner ist laut Ludwig der versuchte Betrug am Telefon, etwa mit dem berüchtigten Enkeltrick, oder mit dem "Notar", der 10.000 Euro Gewinn verspricht - wenn der "Glückliche" vorher 1000 Euro Gebühren überweist.

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