Ehrenbürger mit Weltruf: Falkensteiner erhält Würdigung

Drei Projekte will die Künstlerinitiative Falkart Gotthard Schettler widmen. Der Professor für Innere Medizin wurde 1917 in Falkenstein geboren.

Falkenstein.

Rainer Döhling kann es nicht fassen. Falkenstein hat Koryphäen hervorgebracht und so gut wie niemand weiß davon. Bis vor einiger Zeit ging es ihm ähnlich: Professor Gotthard Schettler (1917 bis 1996) war dem Mitinitiator der Falkensteiner Künstlerinitiative Falkart kein Begriff. Das hat sich geändert. Beim Wiederentdecken hier geborener, verstorbener oder nach wie vor aktiver Kunstschaffender entdeckten er und seine Mitstreiter den Mediziner mit Weltruf in der Herz- und Arterioskleroseforschung. 2017 würde der Falkensteiner Ehrenbürger 100 Jahre alt werden. An ihn und sein Wirken will die Initiative mit mehreren Projekten erinnern.

Auf der Suche nach einem Objekt, das den Namen Gotthard Schettler tragen soll, wurde Falkart auf Vorschlag des Stadtrates bei der Zweifeld-Turnhalle fündig. "Sein Name passt hervorragend", findet auch Rainer Döhling. Der Professor für Innere Medizin hatte zeit seines Berufslebens Bewegung als einen von mehreren Faktoren propagiert, um Herzinfarkten vorzubeugen.

Ein Datum für die Namensgebung muss noch gefunden werden. Als Schirmherrin konnte mit Hilfe der vogtländischen Bundes- und Landtagsabgeordneten Yvonne Magwas und Sören Voigt Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch gewonnen werden.

Parallel zur Namensweihe bereitet Falkart die nächste Gemäldeausstellung in der Falkensteiner Galerie im Schloss vor. Diesmal ist eine Gemeinschaftsschau von 25 Künstlern geplant, die sich im Vogtland und darüber hinaus einen Namen gemacht haben. Vertreten sein werden unter anderem Siegfried Henze, Regina und Wolfgang Blechschmidt, Ulrich Eisenfeld, Tanja Pohl, Ines Falcke und Jörg Halsema. Die Vernissage soll am 7. April stattfinden - sechs Tage vor Schettlers Geburtstag. "Wir haben die Galerie und ein Budget", erklärt Rainer Döhling. Finanzspritzen gibt es seitens der Stadt, einiger Stiftungen und Privatpersonen.

Mit Kosten von etwa 15.000 Euro rechnet Falkart beim dritten Schettler-Projekt. Erste Gestaltungsideen für einen Kunstkatalog als Hommage sind zusammengetragen. Er soll Kunst und Medizin in Einklang bringen. Jedoch hat sich Falkart bewusst dagegen entschieden, die beiden gegensätzlich erscheinenden Dinge mit einem "und" zu verbinden. "Kunst als Medizin, das lässt im Grunde alles offen", meint Wolfgang Blechschmidt dazu.

Auf knapp 200 Seiten sollen zusätzlich zu der Person Gotthard Schettlers und zu seinem Lebenswerk 35 bis 40 vogtländische Künstler mit jeweils einem Gemälde und einer kurzer Biografie vorgestellt werden. Rund 2500 Stück gehen in den Druck.www.falkart.de


Das ist Gotthard Schettler

Gotthard Schettler ist am 13. April 1917 in Falkenstein geboren. Er studierte Medizin in Leipzig, Wien und Tübingen, arbeitete in Marburg, Bad Cannstadt und Berlin (West).

Ab 1963 hatte er einen Lehrstuhl an der Medizinischen Unversitätsklinik Heidelberg inne. Hier entwickelte er sein Konzept der Inneren Medizin über Beziehungen von Blutfetten und Arteriosklerose, beleuchtete z. B. die Wirkung des Cholesterins. Seine Bücher gelten als Standardwerke, er bekam sämtliche wichtigen Ehrungen. Schettler verstarb am 19. April 1996 in Heidelberg. (bap)

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