Ehrgeiziger Zeitplan für Geopark steht

Das Projekt ist an einem entscheidenden Punkt: Die Euphorie darf jetzt nicht verpuffen. Wie geht es also weiter?

Herzstück des geplanten Geoparks: Am Schneckenstein soll das "Sagenhafte Vogtland" aus der Taufe gehoben werden.
MarcoSiegemund - Vorsitzender des Vereins "Sagenhaftes Vogtland"

Von Ulrike Abraham

Der Zeitplan ist festgezurrt. Jedes Jahr am dritten Sonntag im September organisieren Geowissenschaftler den Tag des Geotops, der bedeutende Gesteinsformationen in den Blick rückt. 2019 soll er Geburtsstunde des geplanten Geoparks "Sagenhaftes Vogtland" sein. Der Plan ist ehrgeizig, gibt Marco Siegemund zu. Der Falkensteiner Bürgermeister (CDU) ist Vorsitzender des Vereins "Sagenhaftes Vogtland", der das Projekt in der gleichnamigen Förderregion umsetzt. Aber ohne Ehrgeiz geht es wohl auch nicht.

Das Projekt ist an einem entscheidenden Punkt. Die Anfangseuphorie dürfe jetzt nicht verpuffen. Siegemund und seine Mitstreiter wollen deshalb das Konzept, das die TU Bergakademie Freiberg mit dem Verein und Menschen aus der Region erstellt hat, zügig umsetzen. Wie geht es also in den kommenden Monaten weiter? Zunächst müssen Geburtshelfer gewonnen werden. Drei Arbeitsgruppen soll es geben: Umweltbildung, Geologie/Wegeinfrastruktur und Tourismus/Marketing - jeweils zehn Mitglieder wären optimal. "Die können gern aus ganz verschiedenen Branchen kommen", ergänzt Franziska Thoss, Regionalmanagerin im Verein "Sagenhaftes Vogtland." Noch in diesem Jahr sollen die Gruppen das weitere Vorgehen abstimmen. Denn vieles muss nun gleichzeitig passieren.

Im kommenden Jahr wird die Stelle des Park-Managers ausgeschrieben. Geologe müsse der nicht sein - eher ein Projektkoordinator. Ebenfalls 2019 könnte es einen vierten Felsenweg geben, die Planungen dazu laufen. Parallel dazu wird die Gruppe Geologie entscheiden, welche Geotope zuerst für den Park fit gemacht werden: Die Eigentumsverhältnisse müssen klar sein, es soll Flyer, Wegweiser, Infotafeln geben -sogar Rufbusse für bessere Anbindung hält Siegemund für denkbar. Knapp 50 Felsformationen, Tagebaue und Steinbrüche hatten die Freiberger Forscher für die Konzeptstudie bewertet. "Ein Geotop in jeder der sieben Kommunen im Fördergebiet soll bis zum Start im September parktauglich sein", sagt Siegemund: Darunter etwa der Mönchsfelsen bei Grünbach und der Lochstein auf Falkensteiner Gebiet. Und natürlich das Herzstück des Parks, der Schneckenstein. "Dort ist viel Infrastruktur schon vorhanden", betont Siegemund. Das Mineralienzentrum beispielsweise. In Abstimmung mit dessen Leiter Steffen Gerisch soll es zu einem Besucherzentrum des Geoparks umgebaut werden.

Der Schneckenstein wird auch zur Geburtsstunde des neuen Parks die entscheidende Rolle spielen. Zum Tag des Geotops ist dort ein Fest geplant: eine Kirmes - aber mit wissenschaftlichem Anspruch.

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