Eiche kämpft ums Überleben

Bei Pfaffengrün leidet ein markanter Baum unter Schäden an Ästen und Rinde. Bürger hoffen, dass er im Frühjahr grünt.

Pfaffengrün.

Von "Baumfrevel" spricht Gerhard Jacobi und zeigt Fotos: An der frei stehenden Eiche auf einem Feld zwischen Pfaffengrün und Limbach klaffen Risse in der Rinde. Wo kräftige Äste voriges Jahr ein Blätterdach ausbildeten, ragen nur noch Stümpfe ab. "Mitarbeiter eines Landwirtschaftsbetriebes hatten mit schwerer Technik Äste abgerissen", fasst der Ortschafts- und Stadtrat (Freie Wähler Treuener Land/Sportgemeinschaft) die Beobachtungen von Bürgern zusammen.

"Der Baum hat Kriege und Notzeiten überlebt, auch die LPG. Aber jetzt, in einer profitsüchtigen Gesellschaft, wird eine 300 Jahre alte Eiche wegen 20 Quadratmetern Ackerfläche derartig verstümmelt, dass die Gefahr besteht, dass der Baum die nächsten Jahre nicht überlebt", empört sich Jacobi.

Christoph Ulrich

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Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt bestätigt den "unmöglichen Baumschnitt mittels ungeeigneter Technik". Der Verursacher - ein örtlicher Landwirtschaftsbetrieb - habe den unsachgemäßen Eingriff zugegeben, so Peter Jäger von der Behörde. Allerdings habe der Verursacher auch darauf hingewiesen, dass bereits vor dem Eingriff etliche Astpartien abgeknickt waren. Unklar, ob infolge eines Sturms oder durch mutwillige Beschädigung. Weil dies alles nicht mehr nachzuvollziehen sei, "sind wir so verblieben, dass die abgerissenen Aststümpfe der Eiche bei geeignetem Wetter mittels Hebebühne und unter Beisein eines Mitarbeiters der Unteren Naturschutzbehörde fachgerecht beschnitten werden", erläutert Jäger das weitere Vorgehen.

Ob dieser zweite Baumschnitt reicht, um das Überleben der Eiche zu sichern? Lutz Wolf ist angesichts des Ausmaßes der Beschädigung skeptisch, macht aber Hoffnung: "Die Eiche ist relativ regenerationsfreudig", sagt der Forstingenieur und Baumsachverständige aus Wildenau. Denn: "Eichen bilden bei Verletzungen einen Gerbstoff, der die Wunden im Holz verschließt."

Noch wartet man in Pfaffengrüner auf den Reparaturschnitt. Danach heißt es weiter abwarten, ob der Baum überlebt.


Gospersgrüner Bürger kritisiert Gehölzschnitt

Bei Pflegearbeiten entlang eines Gewässers in Treuen sind die Eingriffe in die Natur möglicherweise umfangreicher ausgefallen als erforderlich. Ende Februar wurden bei Gospersgrün, nahe der Kreisstraße zwischen Treuen und Thoßfell, am Weg am Pinkesbach, Schwarzerlen beschnitten. "Dabei wurde auf einer Fläche von 15 mal 3 Metern auch ein Strauch des Roten Hartriegel abgesägt", kritisiert Reinhold Turczyk aus Gospersgrün. Für den pensionierten Forstingenieur ist der Hartriegel nicht nur ein attraktiver Strauch, sondern auch ein "kleines Biotop. Er ist Nahrungsquelle für Vögel und Insekten."

Von der Stadt Treuen heißt es, das Freischneiden sei in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde erfolgt. "Vor allem sollte es darum gehen, den Weg entlang des Gewässers freizuschneiden", erläutert Birgit Gündel. Sollte bei den Pflegearbeiten ein Hartriegelstrauch gekappt worden sein, dann sei dies aus Versehen, nicht aus Vorsatz erfolgt, versichert die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Den Gospersgrüner überzeugt die Antwort nicht: "Der Strauch hat mit der Unterhaltungspflicht am Gewässer nichts zu tun." Die Stadt müsse Natur besser vor Eingriffen schützen, so Turczyks Forderung. (how)

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