Ein Grünbacher zu Gast bei Steinmeier

Weil er sich seit Jahren für die Kultur in seinem Heimatort einsetzt, hat Wolfgang Strobel am Freitag einen Termin in Berlin: beim Bundespräsidenten.

Grünbach/Berlin.

Rund 4000 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland treffens sich am Wochenende im Schloss Bellevue. Der Anlass: Der Bundespräsident lädt zum Bürgerfest. Die Auswahlkriterien für die Gäste: "Sie gehen mit Mut und Entschlossenheit gesellschaftliche Herausforderungen an und setzen sich für andere Menschen ein", so das Bundespräsidialamt.

Die Wahl fiel dieses Mal auch auf Wolfgang Strobel aus Grünbach. Knapp zehn Jahre lang - bis 2016 - war der 75-Jährige der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Grünbach. Er übernahm das Amt, als sein Vorgänger schon länger krank war, der 1996 gegründete Verein an der Spitze personell also in Nöten war.

Neujahrskonzert, Pfingstsingen am Wendelstein, Dixielandfrühschoppen im Frühjahr und im Herbst; Kräutertag, Pilzausstellung und Weihnachtskonzert, Busausfahrten Wanderungen, et cetera: Etwa zwölf Veranstaltungen organisiert der 125 Mitglieder zählende Verein jährlich. Bis 2016 seien während seiner Amtszeit so 120 Veranstaltung mit zirka 30.000 Gästen zusammengekommen, so Strobel. Inzwischen summiere es sich auf 134 Veranstaltungen und 35.000 Gäste.

Als der promovierte Maschinenbau-Ingenieur den Vereinsvorsitz übernahm, war er gerade in den Vorruhestand gegangen. Inzwischen ist er von der Spitze zurückgetreten, vor zwei Jahren übernahm Thomas Rosenbaum die Führung. Auf seine Zeit als Vereinschef zurückblickend sagt er: "Ich habe damals eine neue Herausforderung gesucht; und wenn man es richtig macht, ist das mindestens ein Halbtagsjob." Grünbachs Bürgermeister Ralf Kretzschmann (Initiative) bekräftigt, dass Strobel in dieser Zeit viel auf die Beine gestellt habe, natürlich mit Unterstützung aller im Verein.

Seither kümmert sich Strobel um die Öffentlichkeitsarbeit im Verein. Und jeder, der einmal mit ihm zu tun hatte, der weiß, dass er auch diese Aufgabe richtig macht. Strobel verfügt über zahlreiche Kontakte in die Musikerszene, weiß, wie und wo er über verschiedene Kanäle die Werbetrommel für die Veranstaltungen im vergleichsweise kleinen Grünbach rühren muss. Aktuell ist der Blick auf die diesjährige Herbstausgabe des Dixieland-Frühschoppens in der Turnhalle Grünbach am 14. Oktober gerichtet, mindestens 250 Gäste aus nah und fern werden erwartet. Eigentlich wäre vorher noch die Pilzausstellung terminiert gewesen. Doch die fällt dieses Jahr mangels Ausstellungsstücke aus. Schuld ist der trockene Sommer.

Die Einladung nach Berlin ist für Wolfgang Strobel "eine Ehre und Auszeichnung". Seine Frau Christa (74) pflichtet ihm bei: "Du hast dich sehr darüber gefreut." Sie seien sehr überrascht gewesen, Freunde und Verwandte würden sich mit ihnen freuen, berichtet sie weiter. Die ehemalige Verwaltungsdirektorin in Klinikum Obergöltzsch wird ihren Mann begleiten. Freitag, 16.30 Uhr beginnt das Bürgerfest, am Samstag schließt sich ein Tag des offenen Schlosses an.

Bleibt die Frage, wie die Einladung zustande kam. Der Bellevue-Gast vermutet, dass sie auf eine andere Sache im Jahr 2016 zurückgeht. Damals sei er für den Bürgerpreis des Landes Sachsen nominiert gewesen, am Ende aber leer ausgegangen. Daran erinnert sich auch der Bürgermeister, der ihn damals nach Dresden begleitet hatte. Dass es mit der Würdigung nun auf diesen Weg geklappt hat, findet Kretzschmann "klasse" und "angemessen".

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