Ein Meister mit Leib und Seele für das Handwerk

Langjähriger Innungschef Joachim Schneider wäre am Mittwoch 80 geworden

Markneukirchen.

Klappern gehört zum Handwerk: eine Binsenweisheit, doch für die Musikinstrumentenbauer der Region hat sie Joachim Schneider Ernst genommen. Am heutigen Mittwoch hätte der langjährige Obermeister der Innung des vogtländischen Musikinstrumentenbaus seinen 80. Geburtstag feiern können. Im September ist er verstorben. Es bleiben Erinnerungen an einen Markneukirchner, der stets betonte, dass das Handwerk die Basis des Instrumentenbaus sei - und sich bemühte, dass heimische Hersteller wahrgenommen werden.

Für Schneider, Urgestein im Vorstand der Kreishandwerkerschaft wie im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer, war der Instrumentalwettbewerb dafür gute Gelegenheit. Schaufensterwettbewerb, Jury-Empfang, Ausstellungen, Fachgespräch: Mit Ideen und Einsatz sorgte Schneider dafür, dass die Innung auch in den Medien wieder vorkam. Um den Wert des Instrumentenbaus wusste der Zupfinstrumentenmachermeister nur allzugut - führte er doch fast 60 Jahre selbst eine Werkstatt, zählen Gitarren aus dem Haus an der Bergstraße zu klingenden Aushängeschildern der Region. Doch sie und alle Instrumente haben "Klappern" nötig. "Er war immer unterwegs, zu jeder Veranstaltung. Dabei war er Handwerker mit Leib und Seele. Er hat das Amt des Obermeisters übernommen, als es niemand machen wollte", sagt Steffen Meinel, seit 2018 Obermeister.

Stephan Voigt, stellvertretender Obermeister, hebt den Einsatz von Schneider auch nach innen hervor: "Gerade für die kleinen Handwerker hat er viel gemacht". Das Miteinander stärkten von Schneider organisierte Weihnachtsfeiern und Ausfahrten. Für viele unvergesslich blieb etwa die Tour nach Leipzig - wo Schneider so lange bohrte, bis Kurt Masur, seit 1985 Schirmherr des Markneukirchner Wettbewerbs, selbst mit den Meistern sprach, erinnert sich Voigt. "Er war ein sehr, sehr engagierter Obermeister. Es ging ihm darum, die Wertigkeit des In-strumentenbaus zu erhöhen, den Ruf Markneukirchens zu verbessern und nach außen zu tragen", betont Bürgermeister Andreas Rubner.

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