Ein Riesenrad aus 6500 Mini-Hölzern

Das Auerbacher Stadtmuseum hat wieder geöffnet. Zu sehen ist eine Sonderschau mit filigranen Kunstwerken des Hofers Harald Wirth.

Auerbach.

Anderthalb Jahre Detailarbeit stecken in dem Bauwerk. Heimat seines großen Bruders ist der Wiener Prater: Das 65 Zentimeter hohe Riesenrad fällt den Besuchern vermutlich schnell ins Auge: Seit Dienstag ist die Sonderschau im Auerbacher Stadtmuseum geöffnet.

Auf der obersten Etage sind an die 20 maßstabsgerechte Kunstwerke hinter Glas arrangiert. Etliche Fahrzeuge samt Dampfmaschine, eine Apollo-Mondlandefähre, das Riesenrad und etliches mehr. Alle Exponate verbindet eine besondere Bauweise: Ihr Schöpfer Harald Wirth aus Hof bastelt seine Modelle aus Streichhölzern. Deshalb heißt die Ausstellung: "Große Liebe zu kleinen Hölzern".

Allein 6500 hat Harald Wirth im Riesenrad verbaut. Außerdem 120 Meter Schnur. Wie bei vielen anderen Schaustücken sind einige Teile beweglich. Auf Knopfdruck setzen Museums-Mitarbeiter das Rad mit den typischen Gondelhäusern in Bewegung. Die filigrane Nachbildung mit Buden, Menschen, Bäumen und Teich beschäftigte Wirth anderthalb Jahre in seiner Freizeit. Satte 960 Bau-Stunden kamen zusammen, als Orientierung diente ein Bauplan.

Einen ganzen Raum füllen Harald Wirths Modelle. Im Nebenzimmer wird eine dreiteilige Dresden-Stadtansicht aus Streichhölzern von Arved Ecking gezeigt, einem 2006 verstorbenen sächsischen Gleichgesinnten. Wirth hat die Streichholzbau-Leidenschaft als Zehnjährigen gepackt. Los ging es mit rustikalen Häusern. Die Ergebnisse seiner ersten Versuchen als Modellbauer sind ebenfalls im Museum zu sehen. Als größte Herausforderungen bezeichnet er Modelle mit gerundeten Bereichen. Fahrzeuge zum Beispiel. "Da schneide ich die Hölzer dünner, knicke sie ganz leicht und klebe sie dann auf den Kunststoff", berichtete er beim Aufbau der Schau. Für einige Modelle existieren diese Kunststoff-Grundformen. Bei anderen kann sich der Zahntechniker Jahrgang 1959 an Zeichnungen orientieren. Harald Wirth stellt europaweit aus und besaß von 2001 bis 2015 ein Streichholzmuseum in seiner Heimatstadt. Im Guinness-Buch der Rekorde sicherte er sich 1994 einen Eintrag als Besitzer der größten Sammlung von Streichholz-Fahrzeugen.

Service Die Streichholz-Modelle sind bis 30. August im Museum ausgestellt. Besucher werden nur nach Terminvereinbarung unter Telefon 03744 825151 oder E-Mail museum@stadt-auerbach empfangen. Im gesamten Gebäude besteht die Pflicht, Mund- und Nasenschutz zu tragen. Davon ausgenommen sind Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

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