Ein Sportplatz, den keiner braucht

Die Anlage in Schnarrtanne wurde 2011 für viel Geld hergerichtet, seither aber kaum genutzt. Für die Pflege fühlt sich deshalb niemand so richtig verantwortlich. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Schnarrtanne.

Die Sportler und die Kleintierzüchter wechseln sich beim Mähen der reinen Platzfläche ab, die aufwendigere Pflege der Traversen übernimmt die Stadt Auerbach: Dieser Kompromiss ist das Ergebnis der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Schnarrtanne, als es wieder einmal um das leidige Thema Sportplatzpflege ging.

Die Anlage an der Schnarrtanner Turnhalle wurde 2011 als Multifunktionsplatz für 106.000 Euro mit 85-prozentiger Förderung umgebaut. Es entstanden Traversen als Zuschauerränge, ein Volleyballfeld und eine Asphaltfläche für Ortsfeste. Doch seither wird der Platz kaum in Anspruch genommen.

Der 40 Mitglieder starke Sportverein Schnarrtanne betreibt mit seinen Abteilungen Tischtennis und Kickboxen; eine Frauengruppe trifft sich regelmäßig zum Hallensport. Fußball-und Volleyballmannschaften gibt es in Schnarrtanne nicht mehr. Alle zwei Jahre wird auf dem Platz lediglich das Schnarrtanner Heimatfest ausgerichtet.

Die Folge: Um die regelmäßige Pflege reißt sich niemand, sodass das Gras im Sommerhalbjahr ungehindert wuchern kann. Zuletzt fiel das Problem auf, als sich im Juni dieses Jahres die Kommission für die erneute Vergabe des Prädikats "Staatlich anerkannter Erholungsort" angekündigt hatte. Der stellvertretende Ortsvorsteher Udo Löschner zog die Reißleine und rief zu einem Einsatz auf. Die Sportler (siehe Foto) waren auch angetreten, betrachteten ihren Einsatz aber als einmalig. Und das, obwohl es einen Vertrag zwischen ihnen und der Stadt gibt, laut dem die Sportler für die regelmäßige Platzpflege verpflichtet sind. Das sei zu aufwendig und überfordere den Verein, argumentiert der Vereinsvorsitzende Dirk Leistner. Am Freitag wurde nun nochmals neu verhandelt.

Der zuständige Amtsleiter im Rathaus, Knut Kirsten, schlug vor, die Traversen vom kommunalen Personal pflegen zu lassen. Sie seien das wahre Problem, weil sie von Hand mit Motorsensen gemäht werden müssen, hatte Sportler-Chef Leistner festgestellt, der anbot, im Gegenzug den Platz jährlich zweimal, bei Veranstaltungen auch dreimal mit dem Rasentraktor zu mähen. Dazu seien die Sportler bereit.

Der Ortschaftsrat forderte: "Je nach Wachstum muss öfter im Jahr gemäht werden", so Ortsvorsteher Hans-Jürgen Uhlmann. Die Sportler winkten ab, die Lösung hatte Uhlmanns Stellvertreter Löschner im Gepäck: Der Kleintierzüchterverein, der an der Turnhalle seine Vereinsräume hat, habe Hilfe angekündigt. Von den Kleintierzüchtern saß am Freitag keiner mit am Tisch, Ratsmitglied Dieter Götz hofft jedoch: "Wenn der Platz wieder ordentlich gepflegt wird, könnten die Schnarrtanner, unsere Jugendlichen und auch Touristen dort wieder aktiv werden", so sein Wunsch.

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