Ellefeld hält am Schutz seiner Bäume fest

Die Gemeinde will eine neue Schutzsatzung aufstellen - mit praxisnahen Lockerungen, die den Bürgern entgegenkommen.

Ellefeld.

Soll die Gemeinde sich überhaupt um Bäume auf privatem Grund kümmern, oder ist das eine übertriebene Bevormundung der Bürger? Diese prinzipielle Frage hatten Ellefelds Gemeinderäte auf ihrer Sitzung am Mittwoch zu beantworten. Viele vogtländische Kommunen haben inzwischen keine Baumschutzsatzungen mehr, zum Beispiel Auerbach und Treuen. In Ellefeld verständigte sich der Rat jedoch darauf, eine neue, gelockerte Satzung aufzustellen. Empfohlen hatte dies auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises.

Keinen besonderen Schutz genießen sollen künftig Nadelgehölze, Obstbäume, Pappeln, Birken, Baumweiden und abgestorbene Bäume - außer, sie stehen in Alleen, einseitigen Baumreihen oder, beim Obst, auf Streuobstwiesen. Für Bäume mit einem Stammumfang von unter einem Meter greift der Schutz generell nicht mehr. Das ist allerdings keine Ellefelder Erfindung, sondern sächsisches Landesrecht: Der Freistaat hatte 2010 diese Festlegungen getroffen und damit strengere Vorschriften der Kommunen ausgehebelt. "Vor Gericht hätte unsere Satzung von 1995 sowieso keinen Bestand gehabt", so Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos).

Bei den durch die Satzung geschützten Bäume soll nicht nur das Fällen und Beschädigen verboten sein. Auch in den Wurzelbereich darf nicht eingegriffen werden: Man darf ihn weder befahren, noch pflastern oder asphaltieren. Selbst das Kleben von Plakaten wird durch die Satzung untersagt. Das wäre eine Verschärfung, weil bisher nur Nägel und ähnliche die Rinde verletzende Befestigungsarten verboten waren.

Die Satzung wird erst nach einer Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange sowie der öffentlichen Auslage des Entwurfs endgültig beschlossen.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Interessierte
    27.09.2019

    Ein Traum von Baum , schon von unten her .....

  • 2
    1
    Echo1
    27.09.2019

    Ellefeld fällt immer wieder mal positiv auf.
    Die Städte- und Gemeindeverwaltungen
    wollten damals keinen Verwaltungsaufwand
    mehr haben und haben deshalb keine Baumschutzordnung mehr aufgelegt.
    Da gab es auch schon Klimawandel. Das
    war aber uninteressant.



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