Ellefeld räumt halbe Million ab

450.000 Euro hat die Kommune bei einem Wettbewerb des Freistaates erhalten. Der Startschuss für den Ausbau des Ellefelder Marktes zum neuen Dorfmittelpunkt.

Ellefeld/Glauchau.

Hochgestapelt - und gewonnen: Selten passt ein Projektname so exakt wie im Ellefelder Fall. Unter dem Motto "Hochgestapelt - ein Ortskern mit riesigen (T)räumen" hatte sich die Kommune beim Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum" beworben - und abgeräumt. "Wir sind überwältigt und dankbar und jetzt voller Inspiration für das Projekt", sagte Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos), nachdem er am gestrigen Montag in Glauchau die Zusage für 450.000 Euro von Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) erhalten hatte. Ein Preisgeld von fast einer halben Million für die rund 2600 Einwohner zählende Kommune im Göltzschtal? Kerber konnte sein Glück kaum fassen.

Damit fällt der Startschuss für den Ausbau des Ellefelder Marktes zu einem neuen Ortszentrum. Im vergangenen Jahr hatte die Kommune die 1888 erbaute, markante Immobilie ersteigert und die Bevölkerung eingeladen, neue Ideen für das zu DDR-Zeiten als Suppenfabrik genutzte Gebäude zu liefern. Die Anregungen folgten, doch eine erste Bewerbung bei der 2018er-City-Offensive "Ab in die Mitte" blieb erfolglos.

900 Quadratmeter Nutzfläche bietet die derzeit größtenteils verwaiste Immobilie. Das wird sich ändern: Zu den derzeit im Erdgeschoss ansässigen Bäcker- und Fleischerfilialen sollen sich ein Genossenschaftsladen, ein Café mit Pub im Stil eines Jahrhundertcafés, ein Bürger- und Seminarraum und ein Jugendbüro gesellen.

Laut Jörg Kerber ist das Preisgeld an die Umsetzung dreier Punkte gebunden: die Planung, ein Energiekonzept für das Gebäude und das Jahrhundertcafé, das als erstes entstehen soll. "Die Planung werden wir jetzt ausschreiben, sodass im Sommer damit begonnen werden kann", erklärt der Bürgermeister. Insgesamt rechnet er mit mindestens zwei Millionen Euro an Investitionskosten für das Gebäude. Ziel sei, auf Grundlage der Planung weitere Fördergelder zu akquirieren und dann das Projekt zügig in die Tat umzusetzen.

"Das ist eine super Gelegenheit, um direkt in unserer Ortsmitte nachhaltig ein Projekt für alle Generationen mit Leben zu füllen", resümierte der Ortschef und richtete seinen Dank an alle, "die sich in dieses Gemeinschaftsprojekt eingebracht und konsequent nach vorne gedacht haben". Einer davon, der Ellefelder Künstler Peter Matthias Zängerlein, begleitete Kerber zur Preisverleihung. Der Falkensteiner Landtagsabgeordnete Sören Voigt (CDU) hatte Kerber im Bewerbungsprozess begleitet.

"Simul+" - so der Titel des Wettbewerbes, bei dem in Glauchau 19 Projekte ausgezeichnet und weitere 39 mit einer Anerkennung bedacht wurden. In der Summe hatten Vereine, Unternehmen, private Akteure und Kommunen insgesamt 334 Beiträge eingereicht. Die knappe halbe Million Euro, die Ellefeld erhält, markiert dabei den höchstmöglichen Umfang. Der Verein Dorfgemeinschaft Waldkirchen, ein weiterer Preisträger aus dem Vogtland, erhielt 10.000 Euro. Insgesamt wurden am gestrigen Montag fünf Millionen Euro für Ideen abseits der sächsischen Großstädte verteilt.

Sachsenseite

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