Ellefeld: Unterschriften für Erhalt des Rathauses

Die Gemeindeverwaltung soll nach dem Willen des Rates in einigen Jahren ins Marktgebäude umziehen. Das gefällt nicht allen.

Ellefeld.

Wie viele Unterschriften es am Ende genau waren, kann Stefan Weidlich leider nicht sagen: Eine Liste sei verschwunden, berichtet der 65-Jährige. Auf jeden Fall hätten mindestens 75 Ellefelder dafür plädiert, dass das Rathaus ihrer Gemeinde dort bleibt, wo es seit 1897 sitzt: Im schmucken Gebäude Hauptstraße 21. "Wer außer uns hat denn so ein schönes Rathaus?", fragt Weidlich, der zusammen mit Gleichgesinnten vor ein paar Wochen die Listen beim Bäcker und in Arztpraxen auslegte. Er hält nichts vom geplanten Umzug des Rathauses ins Gebäude Ellefelder Markt (Hauptstraße 34, kurz H 34). Im Januar hatte der Gemeinderat den entsprechenden Vorschlag der Verwaltung einstimmig bestätigt, das Projekt war zuvor hinter verschlossenen Türen diskutiert worden. Frühestens 2025 könnte das Marktgebäude fertig sein und das bisherige Rathaus leergezogen werden.

Die große Angst von Weidlich und seinen Mitstreitern ist, dass das Haus anschließend leer bleibt und verfällt. "Das darf nicht passieren, das Rathaus ist doch ortsbildprägend. Dort muss auch künftig die Gemeindeverwaltung ihren Sitz haben", findet Weidlich. Und will erreichen, dass das Thema zumindest noch einmal diskutiert wird. "Dass der Markt ausgebaut werden muss - keine Frage!", sagt Weidlich. Aber auch ohne die Gemeindeverwaltung könne man dort genug unterbringen. Er betont, man wolle auf keinen Fall "gegen die Gemeinde arbeiten".

Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos) erklärt, natürlich sei die Unterschriftensammlung legitim und Kritik erwünscht: "Aber ein Gespräch vorher wäre besser gewesen." Immerhin habe man sich hinterher zusammengesetzt, er habe die Gründe für die geplante Verlegung noch einmal erläutert - dazu zählen die Parkplatzsituation, Barrierefreiheit, Energieeffizienz sowie zukunftsträchtige, attraktive Arbeitsplätze für die Verwaltung. Eine halbe Etage des H 34-Gebäudes werde man benötigen, außerdem sollen dort Bürgersaal, Jahrhundertcafé und Verkaufsflächen unterkommen. Für die Nachnutzung des bisherigen Rathauses werde man eine Lösung finden, meint der Bürgermeister: "Das wird ganz sicher nicht verfallen." Durch die coronabedingten Einschränkungen sei der Informationsfluss gestört worden. Sobald es wieder möglich sei, werde man auf Bürgerversammlungen erneut über die Pläne für H 34 berichten.

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