Ellefelder Rathaus soll ins Marktgebäude umziehen

Der Gemeinderat hat die Weichen für einen neuen Standort der Verwaltung gestellt. Dafür sprechen mehrere starke Argumente. Und der Bürgermeister hat eine ganz persönliche Hoffnung.

Ellefeld.

Seit über 100 Jahren sitzt die Ellefelder Gemeindeverwaltung im derzeitigen Rathaus-Gebäude mit der Adresse Hauptstraße 21. Das soll sich ändern: Der Ellefelder Gemeinderat hat auf seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig dafür plädiert, beim Großprojekt "Ellefelder Markt" (Hauptstraße 34) auch Räume für die Gemeindeverwaltung einzuplanen. Als "strategisches Ziel" wurde der komplette Umzug der Verwaltung in dieses Gebäude festgeschrieben - also einige hundert Meter weiter in Richtung Falkenstein als bisher.

Zum Thema gab es während der Sitzung keine Diskussion - die war zuvor hinter verschlossenen Türen gelaufen. Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos) betonte, dass die Planung für den Ellefelder Markt jetzt richtig los gehe und man deshalb nun die Weichen stellen müsse. Als Argumente für einen Umzug erwähnte er die Parkplatzsituation, die Energieeffizienz, Barrierefreiheit und insgesamt die Chance eine "offene, moderne Gemeindeverwaltung" im künftigen Ortszentrum zu schaffen.

Auch Jürgen Mädler (Unabhängige Liste für Ellefeld ULE) verwies darauf, dass das Gebäude des Marktes die neue Mitte der Gemeinde bilden und mit Leben erfüllt werden solle: "Da soll das Rathaus nicht außerhalb stehen." Die große Frage sei, was aus dem alten Rathaus-Gebäude werde. Der Bürgermeister zeigte sich in dieser Hinsicht zuversichtlich: Eine sinnvolle Weiternutzung sei sicher möglich - auch wenn man heute noch nicht genau sagen könne, wofür. Daniel Mädler (ebenfalls ULE) verwies darauf, dass der bisherige Rathaus-Standort spätestens seit der Sparkassen-Schließung an Attraktivität verloren hatte. Er regte an, sich um einen Geld-Automaten am Ellefelder Hof zu bemühen.

Bürgermeister Kerber geht davon aus, dass die Planung für den Umbau des Ellefelder Markts bis September soweit gediehen ist, dass die Baugenehmigung beantragt werden kann. Mit weiteren Planungen und Ausschreibungen werde 2021 vergehen: "Wenn alles gut geht, kann Anfang 2022 der Bau beginnen." Angesichts der Größe des Objektes werde dieser mehrere Jahre dauern: "Ich wünsche mir eine Fertigstellung 2025, das ist eine Zielmarke." Natürlich hofft Jörg Kerber, dass er dann selbst als Bürgermeister ins neue Rathaus einzieht - falls ihn die Ellefelder am 20.September erneut zu ihrem Oberhaupt wählen. Auch der Wahltermin wurde zur jüngsten Ratssitzung beschlossen.

Der Ellefelder Markt beherbergt derzeit Lebensmittelläden - das soll so bleiben. Hinzukommen sollen unter anderem ein Bürgersaal (oder Multifunktionssaal), ein "Jahrhundert-Café" sowie ein Jugendbüro. "Ich denke, das wird ein sehr attraktiver Ort", sagt Kerber. Das bisherige Rathaus sei auch ein schönes Haus: "Es ist nach der Wende saniert worden, das wäre nun wieder fällig. Und ein zweiter Rettungsweg fehlt." Der neue Standort sei zukunftsträchtiger, dort könne man Synergien nutzen, etwa bei Heizung und Wartung.


Historie des heutigen Ellefelder Rathauses

Das heutige Rathaus-Gebäude wurde 1840 erbaut. Bis 1865 diente es als Fleischerei.

Nach Umbau ist es 1867 als "Untere Schule" eingeweiht worden. Im Erdgeschoss befanden sich zwei Schulzimmer und darüber zwei Lehrerwohnungen.

1897 wurde die Ellefelder "Central-Schule" (heute Grundschule Otto Schüler) errichtet. Damit wurde das damalige Schulgebäude freigezogen und konnte als Rathaus beziehungsweise Gemeindeamt des Ortes genutzt werden. (bap)

(Nach Informationen von Ortschronist Karlheinz Rieß)


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