Erfahrene Musiker stehen Knirpsen Pate

Mit ganz jungen Menschen Musik zu machen hat für vier vogtländische Künstler eine lange Tradition. Die Zusammenarbeit bedeutet Geben und Nehmen.

Ellefeld.

Sie sind mindestens ein Vierteljahrhundert im Geschäft, Profi- oder Freizeitmusiker. Und sie haben eines gemeinsam: Kinder für Gesang und Instrumentenspiel zu begeistern, mit ihnen auf Bühnen zu stehen, gehört dazu. Für Silke Fischer, Mercedes Paulus, Sabrina Rammler und Michael "Meikel" Müller sind solche Kooperationen keine Nebenschauplätze, sondern Geben und Nehmen. Beim Ellefelder Musiksommer im Park standen die Vogtländer jetzt gemeinsam mittendrin - zwischen Mädchen und Jungen der örtlichen Kita Kinderwelt.

Silke Fischer war selbst zwölf Jahre jung, als sie erstmals vor größerem Publikum auftrat. Vier Jahre später Stimme Nummer eins von Simultan, sang sich die professionelle Künstlerin aus Beerheide durch diverse Fernseh- und Radioprogramme. "Musik mit Kindern ist das Schönste, was es gibt", sagt sie. Und eine von vielen Stationen das Mutter-Kind-Haus der Treuener Arbeiterwohlfahrt. Bei den Plohni-Kids führt sie jedes Jahr zu den Mittsommernächten im Freizeitpark Plohn Programm-Regie.

Mit ihrer Tochter Maria hat Silke Fischer Mitte Juli zwei Lieder im Dänemark-Urlaub aufgenommen. Hinter den Kulissen basteln die beiden am ersten Duett-Album. Herauskommen soll es 2020. Parallel dazu wird Silke Fischer mit Auerbacher Kitas eine Kinderlieder-CD aufnehmen. Die Planung beginnt im September. "Ende des Jahres wird es die CD schon geben", sagt sie. Zehn bekannte Titel werden darauf zu finden sein. Welche Musik Kinder von heute mögen, weiß die Sängerin ganz genau: "Ich habe das Gefühl, sie sind moderner geworden. Klassische Lieder wie,Hänschen klein' singen sie auch, aber noch lieber coole Sachen."

Mercedes Paulus beobachtet auch immer wieder, dass "Angestaubtes" bei der ganz jungen Generation weniger gut ankommt. "Dabei werden sie auch durch ihre Eltern geprägt", ist sie überzeugt. Die deutschlandweit aktive Künstlerin aus Tirpersdorf unterrichtet Kinder in der Plauener Musiker-Werkstatt in Gesang und an drei Instrumenten. Außerdem wird sie regelmäßig für schulische Ganztagsangebote gebucht. Dazu kommen Auftritte bei öffentlichen Festen mit und ohne Kinderbegleitung.

"Ich mache seit 30 Jahren Musik, da sammelt man eine Menge Erfahrung mit unterschiedlichsten Menschen", erzählt Mercedes Paulus. Deshalb findet sie, dass nicht immer eine pädagogische Ausbildung erforderlich sei, um Kinder zu unterrichten. Für die Vogtländerin steht fest: "Man kann mit jedem Kind singen und tanzen." Sie selbst nimmt aus diesen Begegnungen eine Menge mit. "Den Kindermund finde ich auch ganz toll", sagt sie. "Musiker sind selbst oft noch Kinder, das macht das Leben leichter", so Mercedes Paulus.

Sabrina Rammler hat beruflich täglich mit Kindern zu tun. Für sie als Grundschullehrerin gehört Musik aus etwas anderer Perspektive zum "Geschäft". Egal ob Mathe oder Deutsch, im Unterricht macht sie gerne mal Platz für ein Liedchen. "Das entspannt, und ich kann besser auf die Kinder eingehen", sagt die Grünbacherin. "Sie blühen in der Musik auf."

Seit 1995 auf Konzertbühnen zu Hause, schätzt Sabrina Rammler die "unfassbare Gelassenheit" von Kindern. "Im Job als Musiker kommt vielleicht eine Zeit, wo Routine einkehrt", sagt sie. "Kinder zeigen, wie entlastend das auch sein kann, und dass man über Musik unheimlich viel ausdrücken kann. Sie gehen einfach unbeschwerter ran." Einmal pro Jahr schippert die ausgebildete Musical-Darstellerin mit Kindern für ein Disney-Programm über die Talsperre Pöhl. Bei Pressefesten in Chemnitz wird vor einem noch größeren Publikum gesungen.

Michael "Meikel" Müller und Mercedes Paulus machen oft als Band gemeinsame Sache. Dem gestandenen "Vielinstrumentalisten", wie er sich selbst bezeichnet, gehört das Musiktheater Spielart in Zwota. Kooperationen mit Kindern haben einen festen Platz in seinem Terminkalender. Unter anderem studiert er zweimal pro Jahr mit Steppkes der Ellefelder Kinderwelt ein Programm ein. "Das gibt mir ganz viel. Vor allem Kraft", sagt Michael "Meikel" Müller. "Kinder sind auch das dankbarste Publikum, weil sie ehrlich kritisieren und sich trauen, ihre Meinung zu sagen. Das ist sehr wichtig." Auch die Lernbereitschaft erstaunt den Obervogtländer immer wieder. "Es ist einfach schön, ihnen zu zeigen, was man mit Stimme und Instrumenten alles anstellen kann."

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