Erholungsort setzt auf gute Luft und freies W-lan

Kommunen 2019: Welche Projekte stehen an, wo wird investiert? Wo hakt es noch? Die Bürgermeister geben Auskunft. Heute: Grünbach

Grünbach.

Alle zehn Jahre muss der Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort" erneuert werden - für Grünbach und seinen Ortsteil Muldenberg ist es in diesem Jahr wieder so weit. "Ich bin optimistisch", sagt der ehrenamtliche Bürgermeister Ralf Kretzschmann (60, Initiative Grünbach/Muldenberg).

Besonders wichtig für den Titel ist die Luftqualität, dazu hat die Kommune ein Gutachten erstellen lassen. Die Unterlagen für die "Reprädikatisierung" sind eingereicht, im Frühjahr wird sich eine Kommission im Ort umschauen. Kretzschmann will mit ihr markante Punkte besuchen, darunter natürlich das Kinderspielzentrum Kispi, das in einer ehemaligen Industriebrache entstanden ist. Für Besucher soll es demnächst noch attraktiver werden durch freies W-lan (drahtloses Internet) an und im Gebäude. "Das haben wir auch schon am Flößerplatz in Muldenberg, dort ist eine Erweiterung bis zum Sandstrand am Badeteich geplant", erläutert Kretzschmann. Die Gemeinde arbeitet dabei mit dem Verein Freifunk Vogtland zusammen.

Nicht nur Gäste der Gemeinde, sondern auch Ortsansässige sollen bald von der neuen Straßenbeleuchtung an der Klingenthaler Straße in Muldenberg profitieren. "Das Vorhaben schieben wir schon lange vor uns her", sagt Kretzschmann. Im Frühjahr soll es nun endlich losgehen, im Herbst alles fertig sein. Konkret geht es um einen Abschnitt vom Parkplatz unterhalb der Flößerstube bis zur kürzlich geschlossenen Gaststätte an der Talsperre, dort müssen Fußgänger teilweise direkt an der bisher unbeleuchteten Straße entlang laufen. Zirka 100.000 Euro soll das Projekt kosten, die Hälfte muss die Gemeinde als Eigenanteil übernehmen.

Sobald der Schnee weg ist, soll auch die Fassade des Feuerwehrhauses auf Vordermann gebracht werden - auch das ist laut Kretzschmann schon lange geplant, sei aber immer wieder daran gescheitert, dass die Firmen keine freien Kapazitäten hätten. Nun sollen mit Eigenmitteln in Höhe von 31.500 Euro unter anderem Risse und Feuchtigkeit beseitigt werden.

20.000 Euro sind für die Deckendämmung in der Kita Rappelkiste eingeplant: "Durch die Betondecken im alten Schulgebäude schallt es bisher stark, jetzt sollen die Decken abgehängt werden."

Für 40.000 Euro will die Kommune das Depot neben der Grundschule sanieren, das vom Bauhof für die Unterbringung von Technik und Gerätschaften genutzt wird. Und für den öffentlichen Spielplatz auf dem Schulgelände ist die Anschaffung eines neuen Kombi-Spielgerätes für kleinere Kinder geplant, das rund 20.000 Euro kosten soll.

Als eines der Grünbacher Probleme nennt Kretzschmann den Mangel an Baugrundstücken für junge Familien. "Es gibt den Bedarf, viele würden gerne aufs Land ziehen - Kita und Schule haben wir ja", sagt er. Doch die Gemeinde selbst könne keine Flächen anbieten und es gebe im Ort auch kaum Leerstand.

Als großes Ärgernis bezeichnet der Bürgermeister den Zustand des ehemaligen Hotels "Zur Tanne", das nach dem Dachstuhlbrand 2009 zunehmend verfällt und inzwischen mit einem Bauzaun abgesperrt wurde: "Das ist unheimlich störend, wir haben Auflagen erteilt - aber es tut sich nichts." Er hofft, dass sich bald eine Lösung für die bröckelnde Brache findet und dann hier eines Tages vielleicht auch eine Lücke bebaut werden kann.

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