Erpressungsfall in Auerbach: Tatverdächtiger in Jugendeinrichtung

Zwickau/Auerbach.

Im Auerbacher Erpressungsfall hat der Haftrichter am Samstag angeordnet, den tatverdächtigen 15-Jährigen in einer Jugendeinrichtung unterzubringen. Der Jugendliche war am Freitagabend wegen Verdachts der räuberischen Erpressung des Auerbacher Gymnasiums festgenommen worden. Die Anordnung des Richters erfolgte, wie die Polizeidirektion Zwickau am Samstag berichtete, auf Grundlage des Jugendstrafrechts. Dessen Hauptziel sei Erziehung und Resozialisierung statt Strafhaft, hieß es weiter. Die Ermittlungen der Sonderkommission dauern an.

Der 15-Jährige war am Freitagabend in Polizeigewahrsam genommen worden. Es handelt sich bei ihm um einen von sechs Beschuldigten, gegen die die Polizei schon seit längerer Zeit ermittelte.

Seit 2017 war primär Lehrern des Gymnasiums mit fingierten Warenbestellungen übers Internet nachgestellt worden. Die Vorfälle an der Schule gipfelten im Frühjahr in einem im Netz angekündigten Amoklauf am Pfingstwochenende. Deshalb fiel mehrere Tage der Unterricht aus, Abi-Prüfungen mussten verschoben werden. Bis zum Schuljahresende war die Polizei täglich vor Ort, mit dem Ferienbeginn verbanden alle Betroffenen die Hoffnung, dass der Psychoterror ein Ende findet. Dem war nicht so. Bereits in der ersten Schulwoche wurden wieder Bestellungen ausgelöst.

Am Freitag war schließlich 18 Uhr ein Ultimatum des Erpressers ohne Folgen abgelaufen. Der Erpresser hatte die Polizei im Internet aufgefordert, 10.000 Euro in Bitcoins zu zahlen, sonst werde es Tote am Gymnasium geben. Rund 60 Schüler blieben am Freitag aus Angst vor der Amokdrohung dem Unterricht am Auerbacher Goethe-Gymnasium fern. (bap/uli/fp)

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