Erste Gäste zu Weihnachten erwartet

Baustopp und Finanzierungsprobleme für die neue Jugendherberge in Schöneck sind Geschichte, nun geht es um die Eröffnung. Am Samstag konnten sich Besucher ein Bild vom Neubau machen.

Schöneck.

Zum Weihnachtsfestsollen die ersten Gäste in der neuen Jugendherberge von Schöneck begrüßt werden. Für Thomas Mauersberger, Geschäftsführender Vorstand im Landesverband Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerks, und Projektleiter Uwe Brösel ein realistisches Datum. Das machten beide am Samstag beim Tag der offenen Baustelle deutlich. Das Interesse war groß. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, einen Blick in die Baustelle zu werfen und sich über die Arbeiten zu informieren.

Das Thema Neubau der Jugendherberge hat in den vergangenen Jahren die Gemüter bewegt. Nach Grundsteinlegung im November 2016 und Richtfest im Oktober 2017 ruhte der Bau zwischenzeitlich. Gründe waren steigende Kosten und Mängel am Bau. Die sind behoben, auch die Finanzierung ist gesichert. 8,6 Millionen Euro soll der Bau laut Projektleiter Brösel kosten, das ist knapp eine Million, mehr als ursprünglich geplant war.


"Das Weihnachtsgeschäft wollen wir deshalb bereits mitnehmen, es liegen dafür schon zahlreiche Anfragen vor", so Mauersberger. "Die jetzige Zielstellung für das Haus ist realistisch", schätzt Brösel ein. Er ist seit März diesen Jahres der Projektleiter, und bringt Erfahrung von Großprojekten bei Lufthansa, Rolls Royce und anderen Großunternehmen mit. Die Gestaltung der Außenanlagen soll bis Mai 2020 beendet sein.

Noch ist die künftige Jugendherberge eine Baustelle, aber ihre Konturen sind bereits deutlich erkennbar, wie Uwe Brösel bei einem Rundgang zeigte. Der Empfangsbereich im Erdgeschoss ist so groß, dass dort zwei Schulklassen zum Ein- und Auschecken Platz finden. Ein Gang verbindet das gesamte Erdgeschoss, in dem es neben Küche und Speisesaal auch zwei große Räume gibt, die für Konferenzen, Tagungen oder als Proberäume für Vereine zur Verfügung stehen. Dazu kommen Räume für Gepäck, zum Unterstellen von Fahrrädern sowie ein Ski- und Trockenraum.

Die drei Bettenhäuser mit den Schlafräumen sind separat vom Erdgeschoss aus zugänglich. "Die Zimmer befinden sich sämtlich in den beiden Obergeschossen", erläuterte der Projektleiter. Insgesamt gibt es 40 Zimmer mit 136 Betten. Das sind mehr als doppelt so viele wie im 2016 abgerissenen Vorgängerbau.

Mit dem Neubau will der Jugendherbergsverband neben Vereinen und Schulklassen auch stärker Familien ansprechen. Die unmittelbare Nähe zur Ski- und Bikewelt soll dabei ganzjährig ein Anziehungspunkt sein. Zwischen drei und vier Tagen liegt derzeit die Verweildauer der Herbergsgäste in Sachsen. Für den Verband ist es das größte Bauvorhaben seit der Wiedergründung 1990. Mit den Jugendherbergen auf dem Aschberg, in Plauen, Taltitz und künftig wieder Schöneck sei man im Vogtland gut aufgestellt, ist Mauersberger überzeugt.

Um das Haus so betreiben zu können, dass die Gäste zufrieden sind, braucht es Personal. Dieter Neumann, seit über drei Jahrzehnten in der Herberge tätig, und seit 2000 deren Leiter, geht zum Jahresende in den Ruhestand. Die Stelle ist ausgeschrieben, ebenso die Arbeitsplätze an der Rezeption, in der Küche, für das Housekeeping (Reinigung) sowie Haustechniker.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...